Die Militärchefs Saudi-Arabiens, der Türkei und Pakistans trafen sich am Freitag, dem 25. September, in Riad, um nach einer neuen Welle von Raketen- und Drohnenangriffen der Huthi über Unterstützung für das Königreich zu beraten. Das Treffen rückt ihr im August geschlossenes Verteidigungsabkommen in den Mittelpunkt, während die Kämpfe im Jemen saudisches Gebiet und die Schifffahrt im Roten Meer bedrohen, wie Al Jazeera und Reuters berichten.
Dem Treffen gingen Gespräche der Außenminister am Donnerstag in New York voraus. Saudis Prinz Faisal bin Farhan, Pakistans Ishaq Dar und der türkische Minister Hakan Fidan vereinbarten nach saudischen Angaben dringende militärische Konsultationen im Rahmen des Mekka-Abkommens. Dieses betrachtet einen Angriff auf eines der drei Länder als Angriff auf alle. Die Staaten unterzeichneten den Vertrag am 7. August.
Das türkische Verteidigungsministerium kündigte an, dass Generalstabschef Selcuk Bayraktaroglu am Freitag nach Saudi-Arabien reisen werde. Al Jazeera berichtete anschließend über sein Treffen mit den saudischen und pakistanischen Amtskollegen in Riad. Eine gemeinsame Erklärung über einen Truppeneinsatz oder eine bestimmte Form der Hilfe lag zunächst nicht vor. Pakistan und die Türkei betonten in ihren Darstellungen der Ministergespräche den Aufbau der Vertragsorgane und die regionale Sicherheit.
Der unmittelbare Anlass sind Angriffe, zu denen sich die Huthi im Jemen bekannten. Die Gruppe erklärte, sie habe am Donnerstag Raketen und Drohnen auf Ziele in Riad sowie auf Ölanlagen in Yanbu abgefeuert. Saudi-Arabien meldete die Abwehr von sechs ballistischen Raketen, die auf Taif und Yanbu gerichtet gewesen seien. Die Angaben beschreiben unterschiedliche Teile der Angriffe und belegen keine Schäden an den genannten Zielen.
Yanbu ist ein wichtiger Hafen für saudische Ölexporte am Roten Meer. Zugleich verstärken die Geländegewinne der Huthi an Jemens Küste die Sorge um den Schiffsverkehr durch die Meerenge Bab al-Mandeb. Frankreich kündigte Personal, Radargeräte und Abwehrsysteme zum Schutz von Yanbu an. Die Kämpfe belasten auch Zivilisten: Laut UNHCR flohen seit Monatsbeginn mehr als 130.000 Menschen im Jemen aus ihren Häusern, Stand 22. September.
Das Treffen in Riad soll zeigen, wie die drei Regierungen ihren neuen Vertrag während des größeren Regionalkriegs anwenden wollen. Reuters berichtete über mögliche technische Hilfe aus der Türkei, doch keine Regierung verkündete bislang einen gemeinsamen Kampfeinsatz. Welche Unterstützung vereinbart wird und wie sie die Sicherheit Saudi-Arabiens und Jemens beeinflusst, müssen die drei Staaten noch erläutern.
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