Die Vereinigten Staaten haben am Montag, dem 2. November, Irans Insel Qeschm in der Straße von Hormus angegriffen, wie Reuters unter Berufung auf US-Vertreter berichtete. Ein Vertreter bezeichnete den Einsatz als begrenzt und erklärte, er bedeute keine Rückkehr zu größeren Kampfhandlungen. Zugleich signalisierten Washington und Teheran, dass diplomatische Bemühungen weitergehen.
Ein weiterer US-Vertreter sagte Reuters, der Einsatz richte sich gegen Iraner, die Boden-Luft-Raketen gegen amerikanische Kräfte und Ausrüstung einsetzten. Irans staatliche Nachrichtenagentur IRNA meldete mehrere Explosionen auf der Insel. Diese Angaben geben die Aussagen der jeweiligen Quellen wieder; die amerikanische Einstufung als defensiv bleibt eine offizielle Erklärung und keine unabhängig bestätigte Bewertung.
Der Schauplatz verleiht der Konfrontation größere Bedeutung. Euronews zufolge beeinträchtigt der Krieg seit seinem Beginn Ende Februar die Schifffahrt durch die schmale Passage zwischen Iran und Oman erheblich. Normalerweise passiert dort etwa ein Fünftel des weltweiten Öls. Die jüngsten Angriffe erfolgen somit vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheit auf einer wichtigen internationalen Energieroute.
Diplomatische Kontakte blieben dennoch aktiv. Laut Euronews erklärte Irans Außenminister Abbas Araghtschi am Montag, indirekte Verhandlungen mit den USA liefen über Vermittler weiter, wobei Katar und Pakistan aktive Rollen übernähmen. Wegen des Ernstes und der Sensibilität der Lage beschrieb er die Beratungen als intensiv.
Auch US-Vizepräsident JD Vance äußerte am Montag Zuversicht über eine mögliche Verhandlungslösung, berichtete Euronews. Die Angriffe gingen den US-Zwischenwahlen am 3. November voraus. Reuters zufolge verwies das Pentagon Fragen an das Zentralkommando, das bis zur Veröffentlichung nicht antwortete. Keiner der beiden Berichte verkündete ein abgeschlossenes Abkommen: Militäraktionen und Diplomatie bleiben parallele Entwicklungen und belegen keine bereits gesicherte Einigung.
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