Die Zahl der Todesopfer des Zugunglücks in Spanien stieg am 29. Oktober auf 69, erklärte Regionalpräsident Emiliano García-Page laut Reuters. Rettungskräfte durchsuchten weiter zerstörte Waggons in Urda in der Provinz Toledo. Am Vortag prallte dort ein Renfe-Hochgeschwindigkeitszug auf einen stehenden Iryo-Zug auf der Strecke Madrid–Sevilla.
Kräne hoben über Nacht Trümmer an, berichtete Reuters. García-Page zufolge fanden die Einsatzkräfte menschliche Überreste und konzentrierten die Kranarbeiten auf einen umgestürzten Waggon. Es war Spaniens zweites tödliches Unglück im Hochgeschwindigkeitsverkehr in diesem Jahr.
Laut Euronews setzte ein Computerfehler vor dem Unfall das Zugsicherungssystem LZB auf rund 63 Kilometern außer Betrieb. Die Ermittler prüfen, warum die Ersatzverfahren die Züge nicht voneinander fernhielten. Dazu gehört die Erlaubnis der Madrider Adif-Leitstelle, dass der Renfe-Zug seine Fahrt im Normalbetrieb fortsetzen durfte.
Verkehrsminister Óscar Puente stellte diese Entscheidung infrage, berichtete Euronews. Dem Sender zufolge ordnete ein Gericht in Orgaz die Sicherung der Fahrtenschreiber und die Sammlung der Leitstellenkommunikation an. Ursachen und Verantwortung sind weiterhin Gegenstand gerichtlicher und technischer Untersuchungen.
Renfe aktivierte nach eigenen Angaben den Krisenstab und das Hilfsprogramm für Opfer und Angehörige und bestätigte nach dem Zusammenstoß Störungen zwischen Madrid, Ciudad Real und Andalusien. Am 29. Oktober begann laut Regierung eine dreitägige Staatstrauer.
Bei einem Besuch im Einsatzzentrum in Toledo am Donnerstag versprach Ministerpräsident Pedro Sánchez den Familien Unterstützung, vollständige Aufklärung und mehr Sicherheit, teilte sein Büro mit. Die Untersuchungen sollen klären, wie die technische Störung und die anschließenden betrieblichen Entscheidungen zum Zusammenstoß führten.
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