Südafrika wird den Afrika-Cup der Frauen 2026 ausrichten, nachdem sich Marokko unerwartet nur 60 Tage vor dem geplanten Turnierbeginn zurückgezogen hat, wie die stellvertretende Sport-, Kunst- und Kulturministerin Peace Mabe am Sonntagabend bekannt gab. Die dramatische Ankündigung erfolgte während der Super League Awards-Zeremonie in Johannesburg, wo Mabe erklärte, dass das Land die Verantwortung für die Ausrichtung der kontinentalen Frauenfußball-Meisterschaft übernehmen werde.
Marokkos Rückzug folgt auf das kontroverse Finale des Afrika-Cups 2025 in Rabat am 18. Januar, bei dem das Gastgeberland mit 0:1 gegen Senegal verlor – ein Spiel, das von Protesten, Spielerinnen, die das Feld verließen, und hitzigen Auseinandersetzungen geprägt war. Die senegalesischen Spielerinnen verließen vorübergehend das Spielfeld aus Protest, nachdem Marokko ein umstrittener VAR-Elfmeter in der 98. Minute der Nachspielzeit zugesprochen worden war. Die Nachwirkungen führten dazu, dass die CAF beide Verbände mit erheblichen Geldstrafen belegte und mehrere Offizielle und Spieler suspendierte.
Die Entscheidung zum Rückzug scheint mit wachsender Frustration in Marokko über eine als ungerecht empfundene Behandlung trotz der massiven finanziellen und logistischen Investitionen des Landes in den afrikanischen Fußball zusammenzuhängen. Die CAF lehnte Marokkos Berufung zur Aufhebung des Finalspiels ab und verhängte Sanktionen gegen marokkanische Offizielle, Balljungen und Anhänger in Höhe von über 300.000 Dollar an Geldstrafen. Die öffentliche Stimmung in Marokko soll nach diesen Entscheidungen gegenüber der CAF feindlich geworden sein.
Südafrika, Meister der WAFCON 2022, übernimmt mit begrenzter Vorbereitungszeit eine bedeutende Herausforderung. Das Turnier, das erstmals auf 16 Mannschaften erweitert wurde, dient als afrikanischer Qualifikationsweg für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien. Die Banyana Banyana, angeführt von ihrem erfahrenen Kader, werden nun den Heimvorteil haben, während sie versuchen, ihre kontinentale Krone zu verteidigen.
Der südafrikanische Fußballverband und das Sportministerium werden voraussichtlich in den kommenden Tagen Details zu Gastgeberstädten und Stadien bekanntgeben. Die Auslosung für das Turnier war bereits am 15. Januar in Rabat durchgeführt worden, wobei die Teams in vier Gruppen eingeteilt wurden. Südafrika, das in Gruppe B neben Elfenbeinküste, Burkina Faso und Tansania platziert ist, muss sich nun schnell darauf vorbereiten, Afrikas Top-Frauenfußball-Nationen vom 17. März bis 3. April zu empfangen.
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