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Tigrays Truppen besetzen drei äthiopische Flughäfen, Kämpfe weiten sich aus

Veröffentlicht am 23. September 2026 0 Aufrufe

Am Mittwoch, dem 23. September, weiteten sich die Kämpfe im Norden Äthiopiens aus. Truppen aus Tigray übernahmen die Flughäfen Mekelle, Axum und Shire und stießen außerhalb ihrer Region mit Bundestruppen zusammen. Die Afrikanische Union bestätigte die Einnahme der Flughäfen und Störungen des zivilen Luftverkehrs. Die Eskalation lässt eine Rückkehr zu dem verheerenden Krieg befürchten, den ein von ihr vermitteltes Abkommen 2022 beendete.

Die Regionalverwaltung von Tigray erklärte, ihre Streitkräfte führten einen Verteidigungskrieg gegen einen Angriff der Zentralregierung. Getachew Reda, Berater von Ministerpräsident Abiy Ahmed, schilderte den Beginn anders: Laut Reuters warf er der Volksbefreiungsfront von Tigray eine Offensive gegen Regierungsstellungen in den Nachbarregionen Afar und Amhara vor. Unabhängig ließ sich nicht klären, welche Seite die neuen Kampfhandlungen begann.

Die Afrikanische Union bezeichnete die Besetzung der drei zivilen Flughäfen durch Tigrays Streitkräfte als unvereinbar mit dem am 2. November 2022 unterzeichneten Friedensabkommen von Pretoria. Ethiopian Airlines setzte Flüge zu den betroffenen Flughäfen aus, berichteten Reuters und Euronews. Die Union meldete zudem die Festsetzung von Bundesbediensteten sowie Kämpfe in Süd-Tigray und Afar; Reuters berichtete über Gefechte mit bewaffneten Gruppen in Amhara.

Der frühere Tigray-Krieg forderte nach Angaben von Reuters Hunderttausende Tote und hinterließ schwere humanitäre Not. Im Februar waren nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks noch etwa 750.000 Menschen aus Tigray innerhalb des Landes vertrieben, berichtete die Nachrichtenagentur. Neue Kämpfe dürften ihre Lage verschärfen und das Horn von Afrika weiter destabilisieren, wo bereits der Krieg im Sudan und Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea wirken.

Der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, Mahmoud Ali Youssouf, forderte beide Seiten zur Deeskalation und zu direkten Gesprächen auf Grundlage des Pretoria-Abkommens auf. Er bat den früheren nigerianischen Präsidenten Olusegun Obasanjo, den Beauftragten der Union für das Horn von Afrika, dringend Kontakt zu den Parteien aufzunehmen. Die Nachbarstaaten sollten den Konflikt nicht anheizen. Nun zeigt sich, ob diese Kontakte die Kämpfe stoppen und zivile Flüge ermöglichen.

Quellen: Reuters, African Union Commission, Euronews, Deutsche Welle

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