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Trump fordert Milliardenzahlung von TikTok-Investoren

Veröffentlicht am 19. Januar 2026 281 Aufrufe

Die Trump-Administration hat sich an die Koalition amerikanischer Investoren gewandt, die die US-Geschäfte von TikTok übernehmen sollen, mit einer beispiellosen Forderung: einer Barzahlung von mehreren Milliarden Dollar an die Bundesregierung als Bedingung für den Abschluss des Deals. Laut Quellen mit direkter Kenntnis der Verhandlungen forderte die Administration eine Gebühr im niedrigen Milliardenbereich, die die Investorengruppe ohne Zögern zu zahlen bereit ist und als Vermittlungsgebühr für die Erleichterung der Transaktion betrachtet.

Das Investorenkonsortium umfasst einige der mächtigsten Namen der amerikanischen Technologie und Finanzwelt. Oracle, geleitet von Trump-Verbündetem Larry Ellison, die Private-Equity-Firma Silver Lake und die in Abu Dhabi ansässige Investmentfirma MGX werden zusammen 45 Prozent der US-Geschäfte von TikTok halten, während die chinesische Muttergesellschaft ByteDance etwa 20 Prozent behalten wird. Weitere Investoren sind Tech-Milliardär Michael Dell, die Murdoch-Familie und die prominente Risikokapitalfirma Andreessen Horowitz. Der Deal bewertet TikToks amerikanisches Geschäft mit etwa 14 Milliarden Dollar.

Die Transaktion soll am 22. Januar 2026 abgeschlossen werden, mehr als ein Jahr nachdem das Gesetz zum Schutz der Amerikaner vor von ausländischen Gegnern kontrollierten Anwendungen in Kraft getreten ist. Während die Trump-Administration erklärt hat, dass die US-Regierung keine goldene Aktie oder Kapitalbeteiligung an der neuen TikTok-Einheit übernehmen wird, stellt die milliardenschwere Gebühr eine erhebliche staatliche Entnahme aus einem privaten Geschäftsabkommen dar, die scharfe Kritik von Ökonomen und Rechtsexperten hervorgerufen hat.

Luigi Zingales, Professor für Finanzen an der Booth School of Business der University of Chicago, charakterisierte die Vereinbarung als grundlegende Veränderung der amerikanischen Geschäftspraxis. Er erklärte, dass dies mindestens bedeute, dass nun eine Steuer auf jede größere Geschäftstransaktion erhoben werde, und warnte, dass Unternehmen sich nicht mehr auf Innovation und Wertschöpfung konzentrieren werden, sondern auf Rent-Seeking und das Einschmeicheln bei der Administration. Andere Experten haben die Gebührenstruktur als Erpressung und Abzockschema bezeichnet, das in der modernen amerikanischen Geschichte kaum Parallelen hat.

Die TikTok-Gebühr ist Teil eines breiteren Musters, das aus dem Weißen Haus hervorgeht und finanzielle Verpflichtungen von Privatunternehmen einfordert. In separaten Verhandlungen hat die Bundesregierung eine Kapitalbeteiligung an Intel angestrebt und einen Anteil an zukünftigen Gewinnen von den Chipherstellern Nvidia und AMD gefordert. Brancheninsider sagen, dieser Ansatz werde einfach als Preis für Geschäfte im aktuellen politischen Umfeld angesehen, obwohl Historiker und Ökonomen warnen, dass er einen grundlegenden Wandel in der Beziehung zwischen der amerikanischen Regierung und der Privatwirtschaft darstellt, der dauerhafte Folgen für Investitionen und Innovation haben könnte.

Quellen: Hespress, NPR, TechCrunch, Harvard Berkman Klein Center, Center for American Progress