US-Präsident Donald Trump warnte den Iran am Dienstag, dass die amerikanischen Streitkräfte das Land auf einem deutlich höheren Niveau bombardieren werden, falls Teheran keinem umfassenden Friedensabkommen zustimmt. Trump erklärte im Weißen Haus, die bisherige Militärkampagne sei vergleichsweise zurückhaltend gewesen, und der Iran solle mit verheerenden Konsequenzen rechnen, sollten die Verhandlungen scheitern. Die Äußerungen erfolgten zeitgleich mit der Vorlage eines formellen Vorschlags aus Washington, der ein vollständiges Atommoratorium als Vorbedingung für jede Waffenstillstandsvereinbarung fordert.
Die rhetorische Eskalation folgt auf wochenlange intensive Kämpfe rund um die Straße von Hormus, wo iranische Streitkräfte wiederholt Handelsschiffe und Marineanlagen der Koalition angegriffen haben. Die Vereinigten Staaten unterhalten eine bedeutende Militärpräsenz im Persischen Golf, und Pentagon-Vertreter bestätigten die Umpositionierung zusätzlicher Angriffskapazitäten in der Region. Analysten bezeichneten die Lage als die gefährlichste Phase des Konflikts seit dem Sturz der iranischen Führungsspitze durch amerikanische und israelische Angriffe Ende Februar.
Gleichzeitig übt China diplomatischen Druck auf Teheran aus, um eine Wiederaufnahme großflächiger Kampfhandlungen zu verhindern und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus für die internationale Schifffahrt zu erreichen. Chinesische Vertreter übermittelten diese Botschaft über vertrauliche Kanäle vor einem geplanten Gipfeltreffen zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Peking hat erhebliche wirtschaftliche Interessen an den Ölströmen aus dem Persischen Golf und drängt beide Seiten zur Deeskalation vor dem hochrangigen Treffen.
In einer gesonderten, aber damit verbundenen Entwicklung empfing Papst Leo XIV. am Mittwoch US-Außenminister Marco Rubio im Vatikan zu einem Treffen, das Beobachter als angespannt bezeichneten. Der Pontifex hat die Militärkampagne gegen den Iran scharf kritisiert und eine sofortige Einstellung der Feindseligkeiten sowie eine Rückkehr zur Diplomatie gefordert. Trump hatte den Papst zuvor in sozialen Medien angegriffen, ihm Naivität in Sicherheitsfragen vorgeworfen und angedeutet, der Vatikan solle sich aus geopolitischen Angelegenheiten heraushalten.
Der amerikanische Vorschlag an iranische Vermittler umfasst die Forderung nach einem vollständigen Stopp der Urananreicherung, der Auflösung von Milizennetzwerken im gesamten Nahen Osten und Garantien für die Freiheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Im Gegenzug signalisierte Washington die Bereitschaft, bestimmte Sanktionen aufzuheben und mit dem Abzug von Marineeinheiten aus der unmittelbaren Nähe iranischer Hoheitsgewässer zu beginnen. Iranische Vertreter haben sich öffentlich nicht zu dem Vorschlag geäußert, diplomatische Quellen deuten jedoch darauf hin, dass Teheran Teile des Angebots prüft.
Die kommenden Tage dürften entscheidend sein, da die diplomatischen Kanäle zwischen Washington, Peking und Teheran offen bleiben. Das geplante Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi gilt als wegweisend für den weiteren Verlauf des Konflikts, wobei China möglicherweise eine Vermittlerrolle zwischen den beiden Kontrahenten übernimmt. Die internationalen Energiemärkte bleiben volatil, die Ölpreise verharren nahe Rekordhöhen.
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