Die brüchige Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zerbrach am Mittwoch, nachdem amerikanische Streitkräfte eine Welle von Angriffen auf mehr als 80 iranische Ziele geflogen hatten, als Vergeltung für iranische Attacken auf drei Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Präsident Donald Trump erklärte die Waffenruhe mit Teheran für beendet, während der Iran mit Raketen und Drohnen auf amerikanische Militäranlagen in Bahrain und Kuwait antwortete.
Die Eskalation zerstörte das vorläufige Rahmenabkommen, das beide Länder in den vergangenen Wochen erreicht hatten, eine Vereinbarung, die wiederholte Gewaltausbrüche bereits stark belastet hatten. Nach Angaben amerikanischer Beamter billigte Trump den Angriffsplan während des NATO-Gipfels in der Türkei, wo die Krise die Gespräche über Verteidigungsausgaben und den Krieg in der Ukraine rasch überschattete.
Das US-Zentralkommando teilte mit, seine Streitkräfte hätten iranische Luftabwehrsysteme, Kommando- und Kontrollnetzwerke, Küstenradaranlagen und Antischiffsraketen-Kapazitäten getroffen, dazu mehr als 60 kleine Boote der Islamischen Revolutionsgarde in und um die Meerenge. Das Kommando erklärte, die Operation folge auf iranische Angriffe auf drei Frachtschiffe in der internationalen Wasserstraße.
Die iranische Revolutionsgarde gab bekannt, sie habe Raketen und Drohnen auf Dutzende amerikanische Militärstandorte in Bahrain und Kuwait abgefeuert, darunter den Luftwaffenstützpunkt Isa in Bahrain, der US-Truppen beherbergt. Parallel zur militärischen Antwort setzte die Trump-Regierung die Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe wieder in Kraft und erhöhte damit den wirtschaftlichen Druck auf Teheran.
Die Energiemärkte reagierten heftig auf das Wiederaufflammen der Feindseligkeiten. Die Terminkontrakte für Brent-Rohöl sprangen um 5,8 Prozent auf 76,2 Dollar je Barrel, während West Texas Intermediate um 2,75 Prozent auf 72,38 Dollar zulegte. Durch die Straße von Hormus fließt rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung, und Analysten warnten, eine längere Störung könne die Preise deutlich nach oben treiben.
Diplomaten und Regierungen der Region riefen beide Seiten dazu auf, einen größeren Krieg zu vermeiden, doch weder Washington noch Teheran zeigten unmittelbare Bereitschaft zur Deeskalation. Beobachter erwarten, dass die kommenden Tage zeigen, ob sich das Rahmenabkommen wiederbeleben lässt oder ob die Golfregion auf eine breitere und gefährlichere Konfrontation zusteuert.
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