US-Gesundheitsbehörden untersuchen einen lebensmittelbedingten Ausbruch mit mehreren Stämmen Shigatoxin-bildender E. coli und Salmonella Agona, der 55 Menschen in 15 Bundesstaaten krank gemacht hat. Die Arznei- und Lebensmittelbehörde FDA teilte am 21. August mit, Alfalfasprossen des Anbaubetriebs Everything Sprouts aus Minneapolis seien als Krankheitsquelle identifiziert. Die Ware kam unter den Marken Calco und Everything Sprouts in den Handel. Vier Erkrankte benötigen Krankenhausbehandlung; Todesfälle sind nicht gemeldet.
FDA und die Gesundheitsbehörde CDC raten Verbrauchern, Restaurants und Händlern, die betroffenen Sprossen weder zu essen noch zu servieren oder zu verkaufen. Menschen sollen Kühl- und Gefrierschränke prüfen und die Produkte entsorgen oder zur Verkaufsstelle zurückbringen. Oberflächen und Behälter mit Kontakt zur Ware brauchen eine gründliche Reinigung und Desinfektion, um Kreuzkontamination zu verhindern. Die FDA arbeitet mit dem Erzeuger zusammen und empfahl einen Rückruf; die Untersuchung läuft weiter.
Bestätigte Fälle gibt es in Florida, Indiana, Iowa, Kansas, Michigan, Minnesota, New Hampshire, New York, North Carolina, North Dakota, Pennsylvania, South Carolina, South Dakota, Washington und Wisconsin. Als jüngsten bekannten Erkrankungsbeginn nennt die FDA den 8. August. Von 34 befragten Patienten berichteten 26 über den Verzehr von Alfalfasprossen, meldete Associated Press. Rückverfolgungen in Restaurants in Minnesota und Wisconsin verwiesen ebenfalls auf Lieferungen des Unternehmens.
Der Ausbruch fällt auf, weil er Salmonella Agona sowie drei Serotypen Shigatoxin-bildender E. coli umfasst: O26:H11, O103:H25 und O168:H8. Associated Press zufolge tragen zwei Patienten zugleich Salmonellen und E. coli. Ermittler prüfen weiterhin, wie die Verunreinigung entstand und ob weitere Produkte oder Firmen damit zusammenhängen. Fallzahlen und Vertriebsangaben können sich deshalb im Zuge der fortlaufenden Überwachung noch ändern.
Nach Angaben der FDA beginnen Symptome einer E.-coli-Infektion wenige Tage bis zu neun Tage nach dem Verzehr belasteter Nahrung. Dazu zählen starke Bauchkrämpfe, Durchfall, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Manche Infektionen führen zu blutigem Durchfall und zum hämolytisch-urämischen Syndrom, einem potenziell tödlichen Nierenversagen. Eine Salmonellose beginnt meist nach 12 bis 72 Stunden und dauert vier bis sieben Tage. Kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem tragen ein höheres Risiko für schwere Verläufe.
Wer Sprossen einer der beiden Marken gegessen hat und passende Beschwerden entwickelt, soll laut FDA umgehend medizinische Hilfe suchen. Händler, die die Sprossen neu verpackten, sollen sie aus dem Verkauf nehmen. Bundes-, Landes- und örtliche Teams setzen epidemiologische Analysen sowie die Rückverfolgung fort, um Ausmaß und Ursprung eines Ausbruchs zu klären, der bereits einen großen Teil der Vereinigten Staaten erreicht hat.
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