Zurück zur Startseite WHO erweitert Verhütungsempfehlungen zu Implantaten und Notfalloptionen Gesundheit

WHO erweitert Verhütungsempfehlungen zu Implantaten und Notfalloptionen

Veröffentlicht am 24. September 2026 0 Aufrufe

Die Weltgesundheitsorganisation hat am 23. September in Genf neue Empfehlungen zur Empfängnisverhütung veröffentlicht. Sie beschreibt zusätzliche Möglichkeiten für die Anwendung bewährter Methoden und empfiehlt Mifepriston als weitere Option für die Notfallverhütung. Regierungen und medizinische Fachkräfte sollen damit fundierte Entscheidungen anhand von Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit unterstützen können.

Nach Schätzung der WHO nutzen 164 Millionen Frauen keine Verhütung, obwohl sie eine Schwangerschaft aufschieben oder vermeiden möchten. Die neuen Leitlinien behandeln fünf Bereiche: die verlängerte oder durchgehende Einnahme kombinierter Antibabypillen, eine längere Nutzung eines Etonogestrel-Implantats und drei Arzneimittel, die bisher nicht Teil der WHO-Empfehlungen zur Verhütung waren.

Für kombinierte Antibabypillen nennt die WHO Einnahmepläne von bis zu sechs Monaten oder eine durchgehende Anwendung von bis zu einem Jahr als Alternativen zum zyklischen Schema. Außerdem unterstützt sie die Nutzung des Verhütungsimplantats für bis zu fünf Jahre. Seltenerer Austausch kann nach Angaben der Organisation Arztbesuche und damit verbundene Kosten verringern.

Die Leitlinie empfiehlt Mifepriston als zusätzliche Notfallverhütung, möglichst bald und innerhalb von fünf Tagen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Die WHO bewertet die untersuchten Dosierungen als wahrscheinlich ebenso sicher und wirksam wie andere Notfallmethoden. Aus der Empfehlung allein ergeben sich keine Änderungen der nationalen Zugangsregeln.

Bei zwei weiteren Wirkstoffen setzt die Organisation Grenzen. Zur Aufnahme von Ormeloxifen in Programme der Familienplanung verlangt sie zusätzliche Forschung, da die Erkenntnisse zur Sicherheit begrenzt sind. Von der Aufnahme quinestrolhaltiger Pillen in nationale Programme rät sie wegen begrenzter Daten und Berichten über schwere unerwünschte Wirkungen ab.

Länder können die Leitlinie laut WHO bei der Überarbeitung ihrer Gesundheitspolitik und klinischen Praxis nutzen. Daneben veröffentlichte die Organisation ein eigenes Profil für künftige Verhütungsmittel für Männer, das unter anderem Sicherheit, Wirksamkeit und Bezahlbarkeit beschreibt. Solche Produkte befinden sich weiterhin in der Entwicklung und stehen durch diese Ankündigung nicht bereits zur Verfügung.

Quellen: World Health Organization news release (23 September 2026), WHO Guidelines on Expanding Contraceptive Options (23 September 2026)

Kommentare