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30 Großkatzen verlassen geschlossenes Tiergehege im argentinischen Lujan

Veröffentlicht am 15. August 2026 0 Aufrufe

Dreißig Löwen und Tiger begannen am Freitag, dem 14. August, den geschlossenen Tierpark von Lujan in Argentinien zu verlassen. Four Paws bezeichnete die internationale Rettungsaktion als eine der weltweit größten Umsiedlungen gefangener Großkatzen. Associated Press berichtete um 22.42 Uhr UTC direkt aus Lujan über den Einsatz; damit fällt die Entwicklung in das jüngste Zeitfenster von 24 Stunden. Die Tiere hatten jahrelang in engen Betonkäfigen rund 70 Kilometer nordwestlich von Buenos Aires überlebt, während eine dauerhafte Lösung ausblieb.

Zur Gruppe gehören 17 Tiger und 13 Löwen, die sich zu gleichen Teilen auf zwei Ziele verteilen. Neun Tiger und sechs Löwen reisen nach Lionsrock, dem Four-Paws-Schutzgebiet in Südafrika, wo mehr als 80 Großkatzen in naturnahen Gehegen auf 60 Hektar leben. Acht Tiger und sieben Löwen kommen in das Wild Animal Sanctuary im US-Bundesstaat Colorado, nordöstlich von Denver. Die Colorado-Gruppe fliegt über Chile. Die übrigen Tiere gelangen über Frankfurt oder Amsterdam nach Johannesburg und anschließend in einer vierstündigen Fahrt nach Lionsrock.

Argentiniens Behörden schlossen den Tierpark 2020 wegen Sicherheitsmängeln und Sorgen um das Tierwohl. Zuvor erlangte die Einrichtung Bekanntheit, weil Besucher Löwen und Tiger anfassen und mit ihnen fotografieren durften. Four-Paws-Programmdirektorin Luciana D'Abramo erklärte AP, bei der Schließung hätten dort etwa 200 Großkatzen gelebt; beim ersten Lösungsversuch der Organisation 2023 seien noch 112 übrig gewesen. Als Four Paws 2025 die Verantwortung übernahm, sank die Zahl bereits auf 62. Einige Überlebende konnten wegen Fettleibigkeit, Muskelschwund oder Mangelernährung kaum laufen. Andere litten an Zahn- oder Nierenkrankheiten, Folgen entfernter Krallen oder unbehandelten Verletzungen.

Pfleger trainierten viele Tiere darauf, freiwillig in die großen Transportboxen zu gehen, um den Stress der komplizierten Flugreise zu verringern. Bei einigen Katzen war dennoch eine Betäubung nötig; darunter waren zwei Tiger, die Tierärzte mit Tragetüchern in ihre Boxen hoben. Four Paws schulte außerdem langjährige Beschäftigte in modernen Methoden des Tierschutzes und verbesserte vor dem Transport Futter und medizinische Betreuung. Nach Angaben der Organisation verlangt der Einsatz eine genaue tierärztliche, logistische und behördliche Abstimmung zwischen Argentinien, den Transitländern und beiden Schutzgebieten.

Die Rettung gehört zu einem größeren Programm von Four Paws und der argentinischen Regierung. Das nationale Sekretariat für Tourismus und Umwelt bestätigte im Juli, dass Mitte August 30 Großkatzen in Schutzgebiete in den Vereinigten Staaten und Südafrika ziehen sollen. Eine frühere Phase brachte im Februar zwei Braunbären in ein spezialisiertes Schutzgebiet in Bulgarien und eine Tigerin in die Niederlande. Four Paws erklärte, die Vereinbarung mit Argentinien ziele außerdem auf strengere Tierschutzstandards und Maßnahmen gegen private Haltung sowie kommerziellen Handel mit Großkatzen.

Mehr als 20 Löwen und Tiger bleiben nach diesem Transport in Lujan, während Four Paws dauerhafte Unterkünfte für sie sucht. Die Abreise ist daher ein wichtiger Schritt, aber noch nicht das Ende der Notfallmission. Wenn alle Tiere ihre Reisen wie geplant abschließen, wechseln sie aus überfüllten Käfigen in weitläufige Rückzugsräume und erhalten fortlaufende fachkundige Betreuung. Behörden und Rettungsteams müssen weiterhin für die verbliebenen Katzen sorgen und die umfassenderen Verpflichtungen zum Tierwohl praktisch umsetzen.

Quellen: Associated Press, FOUR PAWS International, Argentina Secretariat of Tourism and Environment, La Nacion

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