Zurück zur Startseite Albanese bietet strengere Wettregeln in australischen Senatsgesprächen an Politik

Albanese bietet strengere Wettregeln in australischen Senatsgesprächen an

Veröffentlicht am 10. August 2026 739 Aufrufe

Australiens Premierminister Anthony Albanese bewegt sich auf strengere Kontrollen für Wettanreize zu, während seine Regierung mit der Opposition eine Einigung über ein größeres Glücksspiel- und Medienpaket im Senat sucht. Ein am Montag veröffentlichter Bericht der Australian Financial Review erklärte, Albanese plane vor der Rückkehr des Parlaments aus einer fünfwöchigen Winterpause am Dienstag ein Treffen mit Oppositionsführer Angus Taylor. Gratiswetten und Wettguthaben zählen zu den verhandelten Praktiken.

Das berichtete Zugeständnis bedeutet eine wichtige Änderung für einen Gesetzentwurf, der außerhalb der regierenden Labor Party kaum Unterstützung findet. Koalition, Grüne und unabhängige Abgeordnete sehen in dem im Juli vorgelegten Paket weiterhin erhebliche Lücken. Labor besitzt im Senat keine Mehrheit und braucht deshalb Stimmen eines weiteren Blocks. Damit entscheiden die Verhandlungen wesentlich darüber, ob die Einschränkungen Gesetzeskraft erlangen.

Labors bisheriger Vorschlag begrenzt Glücksspielwerbung im Fernsehen zwischen 6 Uhr und 20.30 Uhr auf drei Spots pro Stunde. Er schränkt Radiowerbung während der Schulwege ein, verbietet Werbung in Sportstätten und auf Trikots und erlaubt Onlineanzeigen nur für angemeldete Erwachsene mit einer Abwahlmöglichkeit. ABC News und Guardian Australia berichteten, Kritiker verlangten umfassenderen Schutz bei Live-Sport, gezieltem Onlinemarketing und Angeboten, die Kunden zu weiteren Einsätzen bewegen.

Die Debatte folgt einer Parlamentsuntersuchung aus dem Jahr 2023 unter Leitung der inzwischen verstorbenen Labor-Abgeordneten Peta Murphy. Ihr Bericht empfahl ein schrittweises vollständiges Verbot von Onlineglücksspielwerbung. Am Anfang sollten Verbote für Anreize, deren Bewerbung sowie Glücksspielwerbung in sozialen Medien und auf digitalen Plattformen stehen. Regierungsunterlagen zeigen bereits einen nationalen Verbraucherschutzrahmen für lizenzierte Onlineanbieter, doch Abgeordnete und Verbände betrachten den Werbestreit als ungelöst.

Der Bericht vom 10. August erklärte außerdem, Albanese sei zu Änderungen am geplanten News Bargaining Incentive bereit, nachdem Medienmanager vor dem Verlust journalistischer Arbeitsplätze gewarnt hätten. Politisch gehören beide Vorhaben zu denselben Gesprächen, obwohl sie unterschiedliche Zwecke verfolgen. Die Berichterstattung nannte noch keine endgültige Einigung und kein in Kraft getretenes Verbot. Der genaue Umfang von Grenzen für Bonuswetten oder Wettguthaben blieb Gegenstand der Verhandlungen.

Eine Senatsuntersuchung soll nach Angaben der australischen Grünen am 17. August ihren Bericht über das Glücksspielpaket vorlegen. Dieser Termin erhöht den Druck im parlamentarischen Ringen. Jeder Kompromiss braucht die Zustimmung beider Kammern, bevor er gilt, und Änderungsanträge können Werbeobergrenzen, Anreizregeln oder Durchsetzung weiterhin verändern. Die kommende Sitzungsperiode zeigt, ob Albanese und Taylor aus dem berichteten Zugeständnis eine parteiübergreifende Vereinbarung formen.

Quellen: Australian Financial Review, ABC News, Guardian Australia, Australian Department of Social Services, Australian Greens

Kommentare