Die USA und China haben vereinbart, ihre Handelswaffenruhe um zwei Monate bis zum 10. Januar zu verlängern. Chinas Präsident Xi Jinping traf unterdessen in Washington zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump ein. Finanzminister Scott Bessent gab die Verlängerung am Mittwoch, dem 23. September, nach Gesprächen mit Chinas Vizepremier He Lifeng bekannt, wie Reuters und Associated Press berichten. Die Präsidenten wollen sich am Donnerstag, dem 24. September, im Weißen Haus treffen. Die Vereinbarung verschafft beiden Regierungen zusätzliche Zeit für Verhandlungen und verhindert vorerst eine neue Zolleskalation.
Die bisherige Waffenruhe entstand nach einem Treffen von Trump und Xi in Busan in Südkorea und sollte am 10. November auslaufen. Trump empfing Xi und dessen Ehefrau Peng Liyuan am Mittwochabend auf der Luftwaffenbasis Joint Base Andrews nahe Washington, berichten beide Agenturen. Laut Reuters besucht Xi Washington erstmals seit mehr als zehn Jahren; die beiden Präsidenten treffen sich in diesem Jahr zum zweiten Mal. Trotz des Bemühens um stabile Beziehungen bestehen Streitpunkte bei Handel, Technologie und Sicherheit fort.
Mehrere Wirtschaftsfragen bleiben ungeklärt. Reuters zufolge strebt Washington Fortschritte bei Agrarkäufen und anderen Handelshemmnissen an; US-Vertreter äußerten zudem Sorgen über Chinas Lieferungen seltener Erden. Peking fordert Erleichterungen bei US-Beschränkungen für den Export fortschrittlicher Technologie. Associated Press berichtete, die jetzt beschlossene Frist sei kürzer als die Zeiträume, über die beide Seiten zuletzt gesprochen hatten. Bessent erklärte, bis Januar sei eine umfassendere Einigung möglich; alternativ könnten die Länder die Waffenruhe erneut verlängern.
Auch Sicherheitsfragen stehen auf der Tagesordnung. Xi dürfte nach Berichten von Reuters und Associated Press auf ein Ende amerikanischer Waffenverkäufe an Taiwan drängen, das Peking als eigenes Gebiet beansprucht. Trump möchte zugleich, dass China angesichts des Krieges seinen Einfluss auf Iran nutzt. Vertreter beider Staaten sprachen außerdem über einen möglichen Mechanismus zur gegenseitigen Meldung schwerer Vorfälle mit künstlicher Intelligenz. Diese Gespräche bedeuten noch keine neuen Vereinbarungen; das Treffen im Weißen Haus stand bei Bekanntgabe der Verlängerung noch bevor.
Die Fristverlängerung senkt kurzfristig das Risiko eines erneuten starken Zollanstiegs zwischen den beiden größten Volkswirtschaften. Associated Press verweist auf innenpolitische Gründe für beide Präsidenten, wirtschaftliche Turbulenzen zu vermeiden: Trumps Partei steht im November vor Kongresswahlen, während Xi eine ungleichmäßige Entwicklung der chinesischen Wirtschaft bewältigt. Reuters erwartet trotz des feierlichen Empfangs und der umfangreichen Agenda keinen großen Durchbruch. Grundsätzliche Handels- und Sicherheitskonflikte bleiben bestehen.
Trump und Xi wollen am Donnerstag im Weißen Haus direkt über das Verhältnis ihrer Länder sprechen; während Xis Staatsbesuch sind weitere Termine geplant. Die Gespräche werden zeigen, ob die Frist im Januar zu einer dauerhafteren Handelslösung oder zu einer weiteren kurzen Verlängerung führt. Bislang ist allein eine zweimonatige Atempause bestätigt. Entscheidungen über Zölle, Technologiekontrollen und regionale Sicherheit stehen weiterhin aus.
Kommentare