Alibaba Group legte am Sonntag, dem 23. August, den Preis für eine Aktienplatzierung über 80 Milliarden Hongkong-Dollar fest, umgerechnet etwa 10,2 Milliarden US-Dollar, und will den gesamten Nettoerlös in künstliche Intelligenz lenken. Die Transaktion in Hongkong verschafft dem chinesischen Technologiekonzern umfangreiches neues Kapital für Infrastruktur und weitere KI-Bereiche, während sich der globale Wettbewerb um Rechenleistung verschärft.
Das Unternehmen platziert 710 Millionen neu ausgegebene Stammaktien zu je 112,70 Hongkong-Dollar bei Nicht-US-Investoren außerhalb der Vereinigten Staaten. Alibaba erwartet den Abschluss am 26. August, sofern die üblichen Bedingungen erfüllt sind. Morgan Stanley, HSBC, UBS und China International Capital Corporation begleiten die Transaktion laut Berichten gemeinsam als Konsortialbanken.
Alibaba erklärte, 100 Prozent des Nettoerlöses flössen in seine vollständige KI-Wertschöpfungskette, darunter Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur. Dazu zählen Chips und Cloud-Computing ebenso wie Basismodelle und Anwendungen. In diesen Bereichen entwickelt Alibaba die Qwen-Modellfamilie und betreibt eine der größten chinesischen Cloud-Plattformen.
Die Kapitalaufnahme folgt auf Quartalszahlen, die Chancen und Kosten dieser Strategie verdeutlichen. AP berichtete, der Umsatz von April bis Juni sei um 9 Prozent auf fast 269 Milliarden Yuan gestiegen. Die Erlöse aus KI-, Cloud- und Rechendiensten nahmen um 45 Prozent auf 48,4 Milliarden Yuan zu. Die Investitionsausgaben erhöhten sich um 75 Prozent auf 67,7 Milliarden Yuan, etwa 10 Milliarden US-Dollar, während der Quartalsgewinn um 75 Prozent auf 10,5 Milliarden Yuan sank.
Alibaba hatte zuvor Investitionen von mindestens 380 Milliarden Yuan, rund 56 Milliarden US-Dollar, über drei Jahre für Cloud-Computing und KI-Infrastruktur angekündigt. Zudem strebt der Konzern innerhalb von fünf Jahren mehr als 100 Milliarden US-Dollar jährlichen KI- und Cloud-Umsatz an. Die neue Eigenkapitalfinanzierung zeigt, dass das Management für diese Ziele externes Kapital mobilisiert und gleichzeitig das Angebot an Rechenleistung erweitert.
Die Platzierung dürfte zu den größten Aktienverkäufen Hongkongs der vergangenen Jahre zählen und den Investitionswettlauf chinesischer und amerikanischer Technologiekonzerne weiter antreiben. Anleger achten nun darauf, ob die Transaktion planmäßig am 26. August endet und wie schnell Alibaba die Mittel in zusätzliche Rechenzentren, Modellentwicklung und kommerzielle KI-Dienste umsetzt.
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