Chinesische humanoide Roboter erzielten am Samstag bei den World Humanoid Robot Games in Peking Sprint- und Sprungwerte oberhalb langjähriger menschlicher Rekorde. Die Ergebnisse zeigen schnelle Fortschritte bei der Bewegungsfähigkeit von Robotern, ändern jedoch keinen offiziellen Leichtathletikrekord. Nach Angaben der Associated Press nehmen mehr als 2.000 Roboter an der fünftägigen Technologieschau im Nationalen Eisschnelllauf-Oval teil.
Vor dem Wettbewerbsbeginn absolvierte der vom chinesischen Smartphone-Hersteller Honor entwickelte Humanoid Lightning einen 100-Meter-Test in 9,32 Sekunden, erklärten das Unternehmen und der staatliche Sender CCTV. Reuters berichtete von einer Spitzengeschwindigkeit von 14,5 Metern pro Sekunde. Damit lag die Testzeit 0,26 Sekunden unter dem menschlichen Weltrekord von 9,58 Sekunden, den der Jamaikaner Usain Bolt 2009 in Berlin aufstellte.
Im offiziellen Samstagsprogramm beendete ein Roboter des Pekinger Unternehmens X-Humanoid einen 100-Meter-Lauf nach 9,39 Sekunden, berichtete AP. Eine weitere Maschine desselben Entwicklers erreichte beim Hochsprung aus dem Stand 2,88 Meter und damit mehr als Javier Sotomayors menschliche Rekordhöhe von 2,45 Metern. Die Vergleiche verdeutlichen technische Leistung, doch Roboterwettkämpfe folgen anderen Regeln und World Athletics erkennt sie nicht als menschliche Rekorde an.
Den Organisatoren zufolge treten Teams aus 16 Ländern in 51 Disziplinen und mehr als 1.000 Wettbewerben an. Das Programm reicht von Lauf und Gewichtheben bis zu Tischtennis, Fußball und Tauziehen. Die zweite Ausgabe fällt mit der World Robot Conference 2026 in Peking zusammen, auf der Unternehmen ungefähr 3.000 Produkte präsentierten. Dadurch stehen die Sportvorführungen im größeren Rahmen von Chinas Bemühungen um Entwicklung und Vermarktung humanoider Systeme.
Die Leistungen belegen Fortschritte bei Gleichgewicht, Aktuatoren, Energiesteuerung und Bewegungskoordination. Entwickler hoffen, diese Fähigkeiten später in Fabriken, der Logistik und gefährlichen Umgebungen einzusetzen. Von AP befragte Fachleute mahnten jedoch, humanoide Roboter dienten bislang hauptsächlich Forschung, Vorführungen und Unterhaltung. Eine breite praktische Nutzung brauche trotz der raschen technischen Entwicklung noch Zeit.
China stellt laut AP die Mehrheit der humanoiden Roboter weltweit her. Die Veranstaltungen in Peking bilden deshalb eine prominente Bühne im wachsenden Technologiewettbewerb mit den Vereinigten Staaten. An den verbleibenden Wettkampftagen stehen weitere Prüfungen von Ausdauer, Zuverlässigkeit und Autonomie an, die für kommerzielle Anwendungen wahrscheinlich wichtiger sind als eine einzelne spektakuläre Sprintzeit.
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