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Antike Stadt Sardes nach fast 70 Jahren Ausgrabung als UNESCO-Welterbestätte gefeiert

Veröffentlicht am 25. Juni 2026 748 Aufrufe

Die antike Stadt Sardes, einst Hauptstadt der mächtigen lydischen Zivilisation, ist nach fast sieben Jahrzehnten kontinuierlicher archäologischer Ausgrabungen als UNESCO-Welterbestätte gefeiert worden. ScienceDaily veröffentlichte am 25. Juni 2026 einen Beitrag, der die anhaltende archäologische Bedeutung der Stätte hervorhebt. Die offizielle Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste erfolgte am 12. Juli 2025 zusammen mit den lydischen Tumuli von Bin Tepe. Diese Anerkennung stellt einen Meilenstein für eines der am längsten laufenden institutionellen Ausgrabungsprojekte der Welt dar.

Sardes liegt im Westen der Türkiye und diente als Hauptstadt der Lyder, einer mächtigen Zivilisation der Eisenzeit, die zwischen dem 8. und 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung florierte. Die Lyder gelten weithin als Erfinder einer der transformativsten Innovationen der Menschheit: der Prägung von Münzen. Dieser Durchbruch in der Geldtechnologie verbreitete sich rasch in der gesamten antiken Welt und legte den Grundstein für moderne Wirtschaftssysteme, die bis heute fortbestehen.

Seit 1958 kehren Archäologen jeden Sommer im Rahmen der Harvard-Cornell-Erforschung des antiken Sardes an die Stätte zurück. Dies macht das Projekt zu einem der langlebigsten institutionellen Ausgrabungsvorhaben weltweit. Jedes Jahr schließen sich durchschnittlich 50 bis 60 Wissenschaftler und Studierende aus aller Welt den lokalen Grabungshelfern für etwa drei Monate intensiver Feldarbeit an. Dieser anhaltende Einsatz hat außergewöhnliche Erkenntnisse über die lydische Kultur, Handelsnetzwerke und Stadtplanung hervorgebracht.

Zu den beeindruckendsten Merkmalen der Stätte gehören massive Befestigungsmauern, die in der Antike schätzungsweise bis zu 20 Meter Höhe erreichten. Die weitläufige Nekropole Bin Tepe erstreckt sich über mehr als 7.500 Hektar und enthält über 100 große Grabhügel, die einen bemerkenswerten Einblick in lydische Bestattungspraktiken und die soziale Hierarchie bieten. Diese monumentalen Strukturen unterstreichen den Reichtum und die Organisationsfähigkeit des lydischen Staates.

Die UNESCO-Aufnahme erkennt den außergewöhnlichen universellen Wert der Stätte an und würdigt ihren Beitrag zum Verständnis einer der mächtigsten Zivilisationen Anatoliens. Fachleute haben betont, dass die Ausgrabungen beispiellose Einblicke in die Entwicklung von Urbanisierung, Metallurgie und Handel in der antiken Mittelmeerwelt geliefert haben.

Das Harvard-Cornell-Team hat hervorgehoben, dass trotz fast 70 Jahren kontinuierlicher Arbeit bedeutende Teile von Sardes noch nicht ausgegraben sind. Neue Technologien wie Bodenradar und 3D-Scanning enthüllen weiterhin zuvor verborgene Strukturen unter der Oberfläche. Die laufenden Forschungen versprechen, das Verständnis einer Zivilisation zu vertiefen, deren Innovationen den Lauf der Menschheitsgeschichte geprägt haben.

Die Feier von Sardes als Welterbestätte hat erneut die Aufmerksamkeit von Regierungen, akademischen Einrichtungen und Kulturorganisationen weltweit auf sich gezogen. Wissenschaftler haben die Hoffnung geäußert, dass die Auszeichnung dazu beitragen wird, zusätzliche Mittel und Schutzmaßnahmen für die Stätte zu sichern, damit künftige Generationen weiterhin vom bemerkenswerten Erbe der lydischen Zivilisation lernen können.

Quellen: ScienceDaily, UNESCO, Harvard Gazette, Phys.org

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