Atalanta Bergamo gelang am Dienstagabend eines der bemerkenswertesten Comebacks der jüngeren Champions-League-Geschichte. Nach einem 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel besiegte das italienische Team Borussia Dortmund mit 4:1 in der New Balance Arena in Bergamo und zog mit einem Gesamtergebnis von 4:3 in die nächste Runde ein. Das packende Duell erforderte eine Verlängerung und bot in den letzten Minuten dramatische Szenen mit einer Roten Karte und einem Elfmeter.
Die Gastgeber zeigten von Beginn an ihre Entschlossenheit. Gianluca Scamacca traf bereits in der fünften Minute und entfachte eine Welle der Hoffnung im ausverkauften Stadion. Atalanta hielt den Druck über die gesamte erste Halbzeit aufrecht, und der Einsatz zahlte sich kurz vor der Pause aus: Davide Zappacosta schoss zum 2:0 ein und verkürzte den Gesamtrückstand auf ein einziges Tor. Die 21.234 Zuschauer in der Arena spürten, dass sich etwas Besonderes anbahnte.
Die zweite Hälfte brachte weitere offensive Wucht von Gian Piero Gasperinis Mannschaft. Mario Pasalic traf in der 57. Minute und glich das Gesamtergebnis auf 3:2 zugunsten von Atalanta aus. Dortmund, das sich nach dem Hinspielsieg so sicher gefühlt hatte, stand plötzlich vor dem Aus. Die Schwarz-Gelben brauchten dringend eine Antwort, und Karim Adeyemi lieferte sie in der 75. Minute mit einem abgeklärten Abschluss zum 3:1 auf dem Platz, womit das Gesamtergebnis bei 3:3 stand.
Nach 90 Minuten ging es in die Verlängerung. Der entscheidende Moment kam in der 96. Minute, als Nico Schlotterbeck Nikola Krstovic im Strafraum zu Fall brachte. Nach Überprüfung durch den Videoassistenten zeigte der Schiedsrichter Schlotterbeck die Rote Karte und Dortmund spielte fortan in Unterzahl. Lazar Samardzic trat in der 97. Minute zum Elfmeter an und verwandelte souverän. Die Heimfans explodierten vor Freude, denn Atalanta führte nun mit 4:3 im Gesamtergebnis.
Dortmund versuchte mit zehn Spielern alles, um den Ausgleich zu erzielen, doch Atalantas Abwehr hielt stand. Die Statistiken unterstrichen die Überlegenheit der Italiener: neun Schüsse aufs Tor gegenüber vier von Dortmund, bei insgesamt 15 Torschüssen zu sieben der Gäste. Trotz nur 43,7 Prozent Ballbesitz agierte Atalanta vor dem Tor äußerst effizient.
Das Spiel zeichnete sich auch durch hohe Intensität aus. Ramy Bensebaini sah bereits in der 12. Minute die Gelbe Karte, Emre Can folgte in der 52. Minute, und sowohl Isak Hien als auch Fabio Silva erhielten in der 70. Minute Verwarnungen. Schlotterbecks Platzverweis bildete den Tiefpunkt eines schwierigen Abends für Dortmunds Defensive.
Für Atalanta zählt dieses Comeback zu den größten Erfolgen der Vereinsgeschichte und unterstreicht die Fortschritte auf europäischer Bühne. Nach dem 0:2 im Hinspiel in Dortmund gaben nur wenige dem Team eine Chance auf das Weiterkommen. Doch Gasperinis Mannschaft bewies außergewöhnlichen Charakter und taktische Brillanz und zerlegte den Gegner in 120 atemberaubenden Minuten in Bergamo. Atalanta erwartet die Auslosung der nächsten Runde nun mit berechtigtem Selbstvertrauen.
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