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Berlin verschärft Cyberabwehr nach neuem Zugangsdaten-Leck

Veröffentlicht am 6. September 2026 0 Aufrufe

Die Berliner Behörden haben am Sonntag ihre Schutzmaßnahmen verschärft, nachdem Angreifer ein weiteres Paket mit Daten aus dem Cyberangriff auf das Landesnetz veröffentlicht hatten. Laut Senatskanzlei erfolgte die neue Veröffentlichung in der Nacht zum 6. September und enthält unter anderem Zugangsdaten. Damit entwickelt sich der bereits umfangreiche Datenabfluss zu einer besonders akuten Gefahr für Verwaltungssysteme.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen überprüfte die nach der ersten Veröffentlichung eingeleiteten Maßnahmen und verstärkte einzelne Vorkehrungen vorsorglich, heißt es in der amtlichen Mitteilung. Die zusätzlichen Kontrollen können kurzfristige Einschränkungen bei Fachverfahren der betroffenen Verwaltung auslösen. Die zuständigen Stellen informieren alle Nutzer über mögliche Folgen.

Tagesschau zufolge drangen die Täter zwischen dem 7. und 12. August zunächst unbemerkt in Teile des Landesnetzes ein; betroffen waren die Bau- und Verkehrsverwaltungen. Die Verwaltung entdeckte den Angriff am 14. August und machte ihn drei Tage später öffentlich. Ermittler klären weiterhin den Zugangsweg und das vollständige Ausmaß, weshalb Behörden bislang kein bestimmtes Sicherheitsversagen öffentlich verantwortlich machen.

Die Ransomware-Gruppe Rhysida bekannte sich zu dem Angriff und behauptete, etwa 5,7 Terabyte Daten entwendet zu haben. Tagesschau berichtete von rund 1,44 Millionen Dateien und einer Forderung über 30 Bitcoin, damals etwa 2 Millionen Euro. Berlin lehnte eine Zahlung ab. Nach Ablauf des Ultimatums am 4. September begannen die Täter, Material im Darknet zu veröffentlichen.

Wegen der großen Menge bleibt eine vollständige Bestandsaufnahme schwierig. Nach Angaben von Tagesschau umfassen bereits geprüfte Unterlagen persönliche Beschäftigtendaten und Dokumente zur Notfallplanung. Euronews berichtete, Rhysida behaupte außerdem, Personalakten, Zahlungsinformationen, vertrauliche Dateien, Passwörter und Zugangsdaten zu besitzen. Diese detaillierten Angaben prüfen die Behörden noch; eine bestätigte Zahl betroffener Menschen liegt nicht vor.

Berlin wertet die Dateien gemeinsam mit Landes- und Bundessicherheitsbehörden aus und will identifizierte Betroffene risikobasiert kontaktieren. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt, offengelegte Informationen könnten weitere Phishing- und Betrugsangriffe oder Gefahren für kritische Infrastruktur erleichtern. Nach dem neuen Zugangsdaten-Leck haben Eindämmung, Passwortschutz und forensische Analyse Vorrang, während die Ermittler nach weiteren Datenbeständen suchen.

Quellen: Berlin Senate Chancellery, Tagesschau, Euronews

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