Nach zwei Explosionen in einem Militärkomplex in Viacha in Bolivien bestätigten die Behörden am Samstag zwei Tote, 14 vermisste Militärangehörige und 84 Verletzte. Die Detonationen trafen am Freitagnachmittag das Artillerieregiment Bolívar, etwa 30 Kilometer südwestlich des Regierungssitzes La Paz. Rettungskräfte durchsuchten weiterhin das beschädigte Gelände, während die Behörden vor anhaltender Gefahr in dem Bereich warnten.
Verteidigungsminister Ernesto Justiniano betonte, dass die vermissten Soldaten nicht für tot erklärt seien und neue Angaben erst nach einer Überprüfung veröffentlicht würden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur EFE hatten bis Samstag 47 Verletzte die medizinische Behandlung verlassen, weitere Patienten blieben in Krankenhäusern in Viacha, El Alto und La Paz. Boliviens Gesundheitsministerium rief dringend zu Blutspenden auf, da mehrere Patienten Transfusionen benötigten und die Vorräte der Blutbanken begrenzt waren.
Laut den Behörden ereigneten sich die Explosionen in einem Teil der Anlage, der zur Lagerung von pyrotechnischem Material diente. Bolivia TV berichtete, die erste Detonation habe offenbar Schwarzpulver aus eingelagertem Feuerwerksmaterial betroffen; Fachleute untersuchten noch die stärkere zweite Explosion. Ermittler fanden außerdem Sprengkraftverstärker auf dem Gelände, wie EFE unter Berufung auf eine amtliche Unterrichtung meldete. Die genaue Abfolge und Ursache standen jedoch noch nicht fest.
Die Staatsanwaltschaft des Departements La Paz leitete Ermittlungen wegen möglicher fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und weiterer Gefährdungsdelikte ein. Forensiker und Polizei sicherten den Ort und bargen die beiden bestätigten Opfer. Spezialteams prüften instabile Trümmer, bevor schwere Maschinen auf das Gelände fahren durften. Die Ombudsstelle erklärte, sie begleite Rettungsarbeiten und Krankenhausversorgung und koordiniere für betroffene Bewohner einen sicheren, beaufsichtigten Zugang zu ihren Häusern.
Die Druckwellen zertrümmerten Fenster und beschädigten Häuser in der Umgebung; für viele Bewohner blieb unklar, wann sie sicher zurückkehren dürfen. Die Behörden hielten die Absperrung aufrecht, brachten gefährliches Material aus einem weiteren beschädigten Lagerbereich fort und forderten die Bevölkerung auf, Abstand zur Kaserne zu halten. Viacha ordnete drei Trauertage an, während Familien auf Nachrichten über die vermissten Angehörigen der Streitkräfte warteten.
Suche, Trümmerbeseitigung und forensische Untersuchungen sollten fortgesetzt werden, sobald die Sicherheitslage dies zulässt. Der Schutz der Anwohner und das Auffinden der Vermissten hätten Vorrang, erklärten die Verantwortlichen. Die strafrechtlichen Ermittlungen sollen klären, wie sich das gelagerte Material entzündete und ob Fehler bei Lagerung oder Handhabung zu der Katastrophe beitrugen. Die Opferzahlen können sich ändern, wenn Teams die am schwersten zerstörten Teile des Komplexes erreichen.
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