Schwarzbeinige Zecken mit dem Erreger der Lyme-Borreliose breiten sich offenbar bis in den Westen North Carolinas nach Süden aus. Das geht aus einem am Donnerstag, dem 13. August, veröffentlichten Bericht der US-Seuchenschutzbehörde CDC hervor. Forschende fanden Borrelia burgdorferi bei rund 40 % der untersuchten erwachsenen Zecken aus Biltmore Forest. Dieser Anteil ähnelt Werten aus Teilen des Nordostens, des oberen Mittleren Westens und der mittleren Atlantikküste, wo die Krankheit endemisch ist. Die CDC stuft die südlichen Appalachen als neu entstehendes Risikogebiet ein, noch nicht als etablierte Endemieregion.
Anlass für die Untersuchung waren Sorgen der Bevölkerung über zeckenübertragene Krankheiten in Biltmore Forest, einem bewaldeten Ort neben Asheville. Teams sammelten von November 2024 bis August 2025 monatlich Zecken auf 22 Wohngrundstücken; Einwohner reichten zusätzlich Tiere ein, die sie an sich, Haustieren oder auf ihren Grundstücken fanden. Insgesamt kamen 373 Zecken aus 25 Grundstücken zusammen. Davon gehörten 287 oder 76,9 % zur schwarzbeinigen Art. CDC-Labore prüften geeignete Proben mit einer Multiplex-PCR-Sequenzierung.
Bei den einzeln untersuchten schwarzbeinigen Zecken trugen 19 von 48 erwachsenen Tieren oder 39,6 % sowie drei von sieben Nymphen oder 42,9 % das Lyme-Bakterium. Zudem fanden die Fachleute Borrelia miyamotoi, einen möglichen Auslöser von Rückfallfieber, in zwei erwachsenen Tieren und zwei Larven-Pools. Vier erwachsene Zecken enthielten die für Menschen aktive Variante von Anaplasma phagocytophilum, die mit Anaplasmose verbunden ist. Nach Einschätzung der Autoren markieren diese weiteren Erreger möglicherweise ihren bislang südlichsten Nachweis in solchen Zeckenpopulationen.
In der Gemeindebefragung meldeten 19 Personen aus 17 Haushalten mindestens eine Diagnose einer zeckenübertragenen Krankheit während ihrer Zeit im Ort. Siebzehn nannten Lyme-Borreliose, zwei Babesiose und eine Person Ehrlichiose; einige berichteten mehr als eine Infektion. Medizinische Unterlagen lagen allerdings nur für vier Personen vor, die übrigen Angaben beruhten überwiegend auf Selbstauskünften. Infizierte Zecken fanden sich im gesamten Untersuchungsgebiet, doch der Bericht ermittelt weder eine lokale Erkrankungsrate noch belegt er eine Übertragbarkeit auf die ganze Region.
Die Autoren nennen mehrere Einschränkungen. Nur 75 von etwa 600 Haushalten beantworteten die erste Umfrage, die untersuchte Wohnfläche blieb klein und die Teams sammelten in den meisten Monaten lediglich an ein bis drei Tagen. Die Sammlung begann kurz nach Hurrikan Helene; vergleichbare Daten aus der Zeit vor dem Sturm fehlen, deshalb bleibt dessen Einfluss auf die örtlichen Zeckenbestände unklar. Wetter und Umweltbedingungen könnten außerdem die Zahl der am jeweiligen Tag nach Wirten suchenden Tiere beeinflusst haben.
Der CDC-Bericht fordert mehr klinische Aufmerksamkeit, öffentliche Aufklärung sowie eine breitere Überwachung von Zecken und Erregern in den südlichen Appalachen. Einwohner und Besucher sollen Schutzkleidung tragen, ein von der US-Umweltbehörde registriertes Abwehrmittel verwenden und ihren Körper nach Aktivitäten im Freien absuchen. Größere Erfahrung in Hausarztpraxen, Notfallambulanzen und der Infektionsmedizin könnte frühere Diagnosen ermöglichen, während Gesundheitsbehörden das Ausmaß der Ausbreitung klären.
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