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China entwirft 295-Milliarden-Dollar-Plan für landesweites KI-Rechenzentrumsnetz

Veröffentlicht am 10. Juni 2026 686 Aufrufe

China arbeitet an einem ehrgeizigen Fünfjahresplan, um rund 295 Milliarden Dollar, umgerechnet 2 Billionen Yuan, in Rechenzentren für künstliche Intelligenz im ganzen Land zu investieren. Das berichtete Bloomberg am 9. Juni 2026. Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission entwickelt den Entwurf für ein Netzwerk miteinander verbundener Rechenzentren, die das Rückgrat der chinesischen KI-Infrastruktur bilden sollen — eines der ambitioniertesten Vorhaben weltweit zum Aufbau einer eigenständigen KI-Grundlage.

Der Plan sieht vor, dass die staatlichen Telekommunikationsriesen China Mobile und China Telecom den Großteil der neuen Rechenzentren betreiben. Gemäß dem Vorschlag sollen mindestens 80 Prozent der eingesetzten Technologie aus heimischer Produktion stammen, wobei Huawei als Hauptlieferant für Chips und Netzwerkausrüstung vorgesehen ist. Diese Vorgabe drängt die amerikanischen Halbleiterhersteller Nvidia und AMD faktisch aus dem Markt — Unternehmen, die bereits mit zunehmenden Beschränkungen bei ihren Verkäufen an chinesische Firmen im Rahmen der laufenden US-Exportkontrollen konfrontiert sind.

Die Rechenzentrumsinitiative bildet einen zentralen Baustein von Pekings übergreifendem Infrastrukturprogramm, das unter dem Namen Sechs-Netzwerke-Initiative bekannt ist und darauf abzielt, kritische nationale Systeme zu modernisieren und miteinander zu verbinden. Das geplante Netzwerk soll die über die Provinzen verstreute Dateninfrastruktur bis 2028 zu einem einheitlichen, interoperablen System zusammenführen und eine effizientere Verteilung von Rechenressourcen für KI-Training und -Einsatz auf nationaler Ebene ermöglichen.

Branchenanalysten betrachten den Plan als direkte Antwort auf die verschärften Technologiebeschränkungen aus Washington. Durch die Vorschrift, heimische Chips und Ausrüstung zu verwenden, beschleunigt Peking seinen Kurs in Richtung technologischer Eigenständigkeit im KI-Sektor und verringert seine Anfälligkeit für Lieferkettenunterbrechungen aufgrund geopolitischer Spannungen. Die Initiative signalisiert zudem Chinas Entschlossenheit, trotz der Chip-Exportkontrollen, die den chinesischen Zugang zu den fortschrittlichsten Prozessoren einschränken, mit den Vereinigten Staaten im globalen KI-Wettbewerb zu konkurrieren.

Das Ausmaß der geplanten Investitionen übertrifft vergleichbare Vorhaben anderer Länder bei Weitem und unterstreicht die strategische Bedeutung, die die chinesische Führung der KI-Entwicklung beimisst. Der Plan sieht Rechenzentren in mehreren Provinzen vor, mit besonderem Schwerpunkt auf Regionen, die reichlich erneuerbare Energiequellen und günstige klimatische Bedingungen für die Kühlung der Anlagen bieten. Diese geografische Verteilung soll auch die Datenverarbeitungsgeschwindigkeit verbessern, indem die Rechenleistung näher an die Endnutzer in verschiedenen Landesteilen gebracht wird.

Obwohl der Plan noch in der Diskussion steht und nicht offiziell genehmigt ist, berichtet Bloomberg, dass wichtige Akteure aus Ministerien und Staatsunternehmen bereits Vorgespräche aufgenommen haben. Bei einer Umsetzung in der aktuell vorgesehenen Form entstünde eines der größten zentral geplanten Computernetzwerke der Geschichte, das China einen erheblichen Vorteil beim Training großer KI-Modelle verschaffen dürfte. Das Projekt dürfte zudem eine beträchtliche Nachfrage nach heimischer Halbleiterfertigung erzeugen und die Entwicklung chinesischer Chiptechnologie als Konkurrenz zu westlichen Alternativen innerhalb des nächsten Jahrzehnts potenziell beschleunigen.

Quellen: Bloomberg, Yahoo Finance, Investing.com, Huawei Central

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