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Fußball-WM bringt britischen Pubs 150 Millionen Pfund

Veröffentlicht am 27. Juli 2026 368 Aufrufe

Britische Pubs erzielten während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 schätzungsweise 150 Millionen Pfund zusätzliche Umsätze, nachdem England das Halbfinale erreichte und auch Schottlands Spiele Fans in die Lokale lockten. Das geht aus Zahlen hervor, die der Branchenverband British Beer and Pub Association am Sonntag veröffentlichte. Demnach schenkten die Betriebe 30 Millionen Pints mehr aus als in einem normalen vergleichbaren Handelszeitraum.

Zahlungsdaten stützten die Branchenschätzung. Dojo erklärte, die Pub-Umsätze hätten über das gesamte Turnier 16 Prozent über dem üblichen Niveau gelegen; der gesamte Zuwachs habe den Effekt der Europameisterschaft 2024 um 9 Prozent übertroffen. Epos Now verzeichnete den größten relativen Sprung beim frühmorgendlichen Spiel Englands gegen Mexiko. Die Umsätze verdoppelten sich beinahe, nachdem Behörden den Pubs eine Öffnung durch die Nacht erlaubt hatten.

Drei weitere Partien brachten laut Epos Now Transaktionszuwächse von rund zwei Dritteln. Das übertraf das Muster der WM 2022 und der EM 2024, bei denen jeweils nur zwei Spiele Steigerungen von mehr als 50 Prozent auslösten. Betreiber verwiesen auf Englands langen Turnierlauf, zusätzliche Außenflächen, Großbildschirme und Wochentagsspiele, die Gäste in sonst ruhigere Schichten führten.

Stonegate Group lieferte eine Kennzahl auf Unternehmensebene. In 656 Craft-Union-Pubs und 332 selbst geführten Lokalen registrierte der Betreiber 12,5 Millionen Getränke, darunter 5,4 Millionen Pints, sowie 664.000 Reservierungen während des Wettbewerbs. Die Buchungen lagen 62 Prozent über der EM 2024. Das Viertelfinale setzte mit 62.600 Buchungen an einem einzigen Tag einen Unternehmensrekord.

Der Anstieg verschaffte einer Branche mit anhaltenden Schließungen und höheren Betriebskosten kurzfristige Entlastung, doch die Vorteile verteilten sich ungleich. Manche Betreiber investierten für volle Spieltage zusätzlich in Bildschirme, Außenbars, Personal und Ausschankmaterial. Restaurants profitierten kaum: An NIQ gemeldete Daten zeigten für Restaurantgruppen im Juni ein Umsatzminus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, weil heißes Wetter einige Gäste fernhielt.

Dem Turniereffekt folgte am Donnerstag ein staatliches Hilfspaket über 100 Millionen Pfund, darunter eine Senkung der Gewerbesteuer für Pubs um 20 Prozent. Zahlungs- und Betreiberdaten zeigten jedoch auch starke Rückgänge rund um einzelne Spiele und nach Englands Halbfinalniederlage, was den vorübergehenden Charakter des Gewinns betont. Entscheidend bleibt, ob große Sportereignisse dauerhafte Gewohnheiten schaffen, während der Bierkonsum in Großbritannien und anderen reifen Märkten unter Druck steht.

Quellen: The Guardian, British Beer and Pub Association, Stonegate Group, Associated Press

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