EverBank Financial und WaFd vereinbarten am 7. September eine Reverse-Fusion im Wert von 3,9 Milliarden Dollar, aus der eine US-Regionalbank mit rund 75 Milliarden Dollar an Vermögenswerten entstehen soll. Reuters und Bloomberg berichteten über die Vereinbarung nach der Mitteilung der Institute. Das Vorhaben verbindet EverBanks landesweites Digitalgeschäft mit WaFds dichtem Filialnetz im Westen der Vereinigten Staaten.
Gemäß der verbindlichen Vereinbarung fusioniert die nicht börsennotierte EverBank Financial mit der börsennotierten WaFd Inc. WaFd bleibt rechtlich die bestehende Finanzholding, übernimmt jedoch den Namen EverBank Financial und soll an der Nasdaq unter dem Kürzel EVBK notieren. Anschließend geht WaFd Bank in EverBank N.A. auf; EverBank behält dabei ihre nationale Banklizenz.
EverBank-Investoren sollen rund 59,2 Prozent des kombinierten Unternehmens besitzen, die heutigen WaFd-Aktionäre etwa 40,8 Prozent. Die Banken erwarten für WaFd im Jahr 2027 ungefähr 29 Prozent mehr Gewinn je Aktie, nach vollständiger Umsetzung der geplanten Einsparungen etwa 15 Prozent Rendite auf das materielle Stammkapital sowie einen Ausgleich der Verwässerung des materiellen Buchwerts binnen weniger als zwei Jahren. Diese Unternehmensprognosen hängen vom Abschluss und von der Integration ab.
Zum 30. Juni meldete EverBank Vermögenswerte von 46,7 Milliarden Dollar und WaFd 27,6 Milliarden Dollar; die Einlagen beliefen sich auf 37,7 Milliarden beziehungsweise 21 Milliarden Dollar. Das gemeinsame Institut soll mehr als 250 Finanzzentren in elf Bundesstaaten betreiben. EverBank steuert ein bedeutendes digitales Privatkundengeschäft und Standorte in Kalifornien, Florida und New York bei, während die in Seattle ansässige WaFd mehr als 200 Filialen in neun westlichen Bundesstaaten einbringt.
EverBank-Chef Greg Seibly soll als Vorstandschef das erweiterte Unternehmen führen, WaFd-Chef Brent Beardall übernimmt das Präsidentenamt. Beide gemeinsamen Verwaltungsräte sollen jeweils 13 Mitglieder umfassen, davon sieben aus der bisherigen EverBank und sechs aus der bisherigen WaFd. Nach Angaben der Institute können ergänzende Einlagenkanäle und Firmenkreditgeschäfte Finanzierung und Erträge verbreitern, etwa durch Vermögensverwaltung und zusätzliche Gebühreneinnahmen.
Die Partner rechnen Anfang 2027 mit dem Abschluss, sofern Aufsichtsbehörden und WaFd-Aktionäre zustimmen und die üblichen Bedingungen erfüllt sind. Bis dahin arbeiten beide Banken getrennt; für Kunden sind zunächst keine Änderungen bei Konten, Dienstleistungen, Filialen oder Einlagensicherung vorgesehen. Behördliche Prüfungen und die Zusammenführung von Systemen und Betriebsabläufen bilden nun die wichtigsten Schritte, bevor die neue EverBank als ein Institut tätig sein kann.
Kommentare