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Waller signalisiert Zinspause bei weiter sinkender Inflation

Veröffentlicht am 4. September 2026 0 Aufrufe

US-Notenbankdirektor Christopher Waller erklärte am Donnerstag, er neige bei der Sitzung am 15. und 16. September zu unveränderten US-Zinsen, falls die Augustdaten eine weitere Abschwächung der Inflation bestätigen. Ein stärkerer Preisauftrieb könne ihn dagegen zu einer Zinserhöhung bewegen. Damit erhält der kommende Inflationsbericht große Bedeutung für Unternehmen, Kreditnehmer und Finanzmärkte.

Waller zufolge liegt die Inflation weiterhin deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel des Offenmarktausschusses, doch jüngste Zahlen zeigen erste Anzeichen einer Disinflation. Die jährliche PCE-Inflation betrug im Juli 3,7 Prozent und die Kernrate 3,3 Prozent. Die auf drei Monate annualisierte Kerninflation sank nach Angaben in seiner offiziellen Rede von 4,76 Prozent im Februar auf 3,05 Prozent.

Der Notenbanker beschrieb Konjunktur und Beschäftigung als solide. Das reale Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Halbjahr 2026 mit einer Jahresrate von 1,8 Prozent, die private Inlandsnachfrage legte um 3 Prozent zu und monatlich entstanden bis Juli durchschnittlich 60.000 Stellen. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,1 Prozent, weshalb die Inflation und nicht ein schwacher Arbeitsmarkt seine Entscheidung prägt.

Die Finanzmärkte reagierten rasch auf das bedingte Signal. Reuters berichtete, Händler hätten die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von rund 63 Prozent am Vortag auf etwa 50 Prozent gesenkt. Der S&P 500 stieg um 1,1 Prozent, der Dow um 1,2 Prozent und der Nasdaq um 1,4 Prozent. Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen fiel von 4,39 auf 4,34 Prozent.

Die Debatte folgt auf die Warnung von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole, die Inflation habe sich noch nicht ausreichend verbessert. Dies verstärkte Erwartungen einer weiteren Erhöhung und trieb längerfristige Finanzierungskosten nach oben. Waller sieht die Nachfrage durch die aktuelle Politik nur leicht gebremst und nennt Energiepreise, KI-bezogene Technologiegüter, Zölle, militärische Konflikte und Handelspolitik als fortdauernde Unsicherheiten.

Vor der Sitzung erscheinen der Arbeitsmarktbericht für August und am 11. September die Verbraucherpreisdaten. Waller erwartet eine weitgehend stabile Beschäftigungslage, deshalb besitzt der Inflationsbericht für seine Entscheidung größeres Gewicht. Seine Haltung bindet den übrigen Ausschuss nicht, zeigt aber, dass eine Erhöhung keineswegs feststeht und neue Wirtschaftsdaten den Ausgang bestimmen können.

Quellen: Federal Reserve Board, Associated Press, Reuters

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