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US-Handelsaufsicht und 22 Bundesstaaten verklagen Amazon wegen Anzeigenpreisen

Veröffentlicht am 1. September 2026 0 Aufrufe

Die US-Handelsaufsicht FTC und die Generalstaatsanwälte von 22 Bundesstaaten haben Amazon am Montag verklagt. Sie werfen dem Onlinehändler vor, Preise in Anzeigenauktionen heimlich erhöht und mehr als 1,2 Millionen Kunden überhöhte Beträge berechnet zu haben. Die am 31. August beim Bundesgericht für den westlichen Bezirk des Staates Washington eingereichte Klage verlangt eine Unterlassungsverfügung, finanzielle Wiedergutmachung und zulässige Zivilstrafen. Amazon bestreitet eine Täuschung der Werbekunden.

Der Fall betrifft Plätze für Sponsored Products, Sponsored Brands und Sponsored Display neben Einkaufsergebnissen. Laut FTC stellte Amazon das Verfahren als generalisierte Zweitpreisauktion dar, bei der der Sieger nur knapp mehr als das zweithöchste Gebot zahlt. Die Behörde behauptet, der Konzern habe stattdessen geheime Mindestpreise und algorithmische Aufschläge eingesetzt, die den Rechnungsbetrag näher an das Siegergebot rückten.

Die Klageschrift datiert den Beginn der umstrittenen Preissteuerung für einige Anzeigen auf 2018. Sponsored Products folgten 2019 und Display-Anzeigen im Jahr 2023. Nach Darstellung der Aufseher zählen mehr als 500.000 kleine und mittlere Unternehmen zu den Betroffenen; insgesamt sollen die Mechanismen mehr als 20 Milliarden Dollar an unrechtmäßigen Gebühren erzeugt haben. Ein Gericht hat diese Vorwürfe bislang nicht bestätigt.

Die FTC erklärt, dass Kunden bei Sponsored Products 2021 in 30 bis 40 Prozent der Fälle ihr volles Gebot zahlten, 2022 in 70 Prozent und 2024 in rund 80 Prozent. Interne Systeme hätten bisweilen einen erfundenen Auktionsteilnehmer eingesetzt, um einen höheren Preis festzulegen; rund um Prime Day und Black Friday seien die Aufschläge gestiegen. Die parteiübergreifende Staatenkoalition sieht Verstöße gegen Verbraucherrechte auf Bundes- und Landesebene.

Amazon bezeichnete die Klage als fehlgeleitet und erklärte, die Regierung verstehe die Anzeigenauktionen grundlegend falsch. Werbekunden passten ihre Gebote an tatsächliche Ergebnisse und nicht an technische Beschreibungen an. Zudem schätzt das Unternehmen, dass die Gewichtung der Anzeigenrelevanz den Kunden von 2021 bis 2025 mehr als acht Milliarden Dollar ersparte. Den Vorwurf einer konzernweiten Täuschungsstrategie weist Amazon ebenfalls zurück.

Das Verfahren erhöht den Druck auf einen besonders schnell wachsenden Geschäftsbereich: Amazons Werbeumsatz erreichte laut Axios 2025 insgesamt 68,6 Milliarden Dollar. Frühere Bundesverfahren befassten sich mit Wettbewerb im Onlinehandel oder Prime-Anmeldungen; diese Klage zielt erstmals direkt auf das Anzeigengeschäft. Das Gericht muss nun beide Darstellungen prüfen. Einen Zeitplan für eine Entscheidung oder mögliche Entschädigungen gibt es noch nicht.

Quellen: Federal Trade Commission complaint and press release, Associated Press, Axios, Amazon statement

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