Zurück zur Startseite US-Jobwachstum springt und verändert den Zinsausblick Wirtschaft

US-Jobwachstum springt und verändert den Zinsausblick

Veröffentlicht am 5. September 2026 0 Aufrufe

Arbeitgeber in den USA schufen im August 162.000 Stellen und übertrafen damit die Prognosen deutlich, während die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent blieb, teilte das Bureau of Labor Statistics am Freitag mit. Die unerwartet kräftige Erholung nach einem schwachen Sommer lenkte den Blick der Anleger zurück auf die Inflation und erhöhte die Erwartungen, dass die Federal Reserve bei ihrer Sitzung am 15. und 16. September die Zinsen anheben könnte.

Die Behörde erklärte, das Augustplus liege über dem monatlichen Durchschnitt von 31.000 Stellen in den vorangegangenen zwölf Monaten. Außerdem korrigierte sie den Juni auf 31.000 und den Juli auf 21.000 neue Jobs, zusammen 55.000 mehr als zuvor geschätzt. Die Erwerbsquote stieg leicht auf 61,6 Prozent, während die Zahl der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten um 414.000 auf 4,4 Millionen sank.

Restaurants und Bars führten den Stellenaufbau mit 59.000 Jobs an, und das kommunale Bildungswesen steuerte 42.000 bei und glich damit seinen Rückgang im Juli weitgehend aus. Das verarbeitende Gewerbe setzte seinen Aufwärtstrend mit 16.000 Stellen fort, das Gesundheitswesen gewann 13.000 und das Baugewerbe veränderte sich mit einem Plus von 22.000 nur wenig. Der Informationssektor baute dagegen 23.000 Jobs in Datendiensten, Verlagen und Rundfunk ab.

Der durchschnittliche Stundenlohn stieg laut BLS um zehn Cent auf 37,75 Dollar, ein Plus von 0,3 Prozent zum Vormonat und 3,1 Prozent zum Vorjahr. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit erhöhte sich um 0,1 auf 34,4 Stunden. Associated Press berichtete, das jährliche Lohnwachstum sei das schwächste seit Mai 2021, sodass die Kaufkraft der Haushalte gefährdet bleibt, falls die energiegetriebene Inflation schneller als die Löhne steigt.

Die Finanzmärkte werteten die Jobüberraschung als größeres Risiko einer strafferen Geldpolitik. Reuters zufolge sahen Händler eine Wahrscheinlichkeit von 58,4 Prozent für eine Zinserhöhung der Fed um einen Viertelpunkt, nach 49,4 Prozent am Vortag. Der S&P 500 verlor 0,38 Prozent, der Dow 0,51 Prozent und der Nasdaq 0,29 Prozent; AP meldete zugleich einen Anstieg der Rendite zweijähriger Staatsanleihen auf 4,37 Prozent.

Der Bericht zeigt einen stärkeren Arbeitsmarkt, aber keinen gleichmäßigen Boom: Der Zuwachs konzentriert sich auf mehrere Branchen, und die Beschäftigung im Informationssektor schrumpft. Die Fed wird die Jobdaten nun mit den in der kommenden Woche erwarteten Verbraucher- und Erzeugerpreisen abgleichen. Der Septemberbericht erscheint am 2. Oktober; seine revidierten Schätzungen liefern einen weiteren Test dafür, ob der August eine anhaltende Beschleunigung oder nur eine vorübergehende Erholung brachte.

Quellen: U.S. Bureau of Labor Statistics, Associated Press, Reuters

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