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Pentagon-Ölgeschäft in Venezuela gerät wegen Partner unter Druck

Veröffentlicht am 6. September 2026 0 Aufrufe

Ein von den USA unterstütztes Ölprojekt in Venezuela steht seit dem 5. September verstärkt unter Beobachtung. Reuters berichtete, dass Behörden gegen den zentralen privaten Partner, den Milliardär Alejandro Betancourt, früher wegen mutmaßlicher Geldwäsche im Zusammenhang mit Geldern des staatlichen Ölkonzerns PDVSA ermittelten. Eine Anklage gegen Betancourt erfolgte nie. Seine Anwältin erklärte, Behörden in mehreren Ländern hätten die Vorwürfe geprüft, ohne Anklage zu erheben.

Die Vereinbarung verschafft dem Office of Strategic Capital des Pentagon eine wirtschaftliche Position von 35 Prozent an North American Blue Energy Partners, kurz NABEP, das Betancourt kontrolliert. Ein US-Beamter erklärte, günstige Optionsscheine sollten Washingtons Anteil bei späteren Kapitalaufnahmen schützen. Das Außenministerium erhält zudem das Recht, 20 Prozent der Förderung zu Produktionskosten zu kaufen, sowie bevorzugten Zugang zum Rest zu Marktpreisen.

NABEP erhielt laut Reuters ohne Wettbewerb hundertjährige Rechte zur Entwicklung von 17 venezolanischen Feldern mit geschätzten 65 Milliarden Barrel Reserven. Das Weiße Haus bezeichnet die Konstruktion als Weg zu sicheren Rohöllieferungen, niedrigeren Treibstoffpreisen und privaten Investitionen. AP verwies auf offene Fragen, ob Interimspräsidentin Delcy Rodríguez derart lange Rechte vergeben darf und ob spätere Regierungen sie anerkennen.

Vier mit der US-Politik vertraute Personen beschrieben Betancourt gegenüber Reuters als wichtigen Helfer vor der Januar-Operation, die Nicolás Maduro aus dem Amt entfernte. Er lieferte dem Bericht zufolge Informationen für eine Seeblockade und erleichterte Kontakte zwischen Washington und Caracas. Reuters fand nicht heraus, wann Staatsanwälte in Florida eine Untersuchung zu einem mutmaßlichen Abfluss von mehr als einer Milliarde Dollar aus PDVSA stoppten oder ob ein Zusammenhang mit seiner Kooperation bestand.

Ein US-Beamter betonte, die Vorgänge lägen fast zehn Jahre zurück, Betancourt habe derzeit keine rechtlichen Probleme in den USA und NABEPs Betriebserfahrung mache das Unternehmen zum besten verfügbaren Partner. Seine Anwältin wies den Eindruck ungeklärten Fehlverhaltens zurück. Venezuelas Regierung beantwortete Reuters-Fragen nicht. Die neuen Angaben verstärken Forderungen nach Transparenz, da öffentliche Stellen finanzielle Rechte und Kaufrechte an einem privat vergebenen Projekt halten.

Das wirtschaftliche Potenzial ist groß, doch die Umsetzung verlangt Jahre und viel Kapital. Venezuela verfügt laut von AP zitierten OPEC-Daten über mehr als 303 Milliarden Barrel nachgewiesene Reserven, fördert nach langer Unterinvestition und Sanktionen aber nur wenig mehr als eine Million Barrel täglich. Chevron plant unabhängig davon Investitionen von über sieben Milliarden Dollar in fünf Jahren und peilt rund 600.000 Barrel pro Tag an. Anleger achten nun auf Finanzierung, Vertragsveröffentlichung, Rechtsstreitigkeiten und tatsächliche Lieferungen an US-Raffinerien.

Quellen: Reuters, Associated Press, White House, Chevron

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