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Kolumbien bereitet historischen Machtwechsel in Cali vor

Veröffentlicht am 7. August 2026 798 Aufrufe

Kolumbien bereitet sich darauf vor, den konservativen Anwalt Abelardo de la Espriella am Freitag als Präsidenten zu vereidigen. Damit beginnt nach einem der konfliktreichsten Machtwechsel der jüngeren Landesgeschichte eine vierjährige Amtszeit. Die Zeremonie soll gegen 15 Uhr Ortszeit in der Arena USC in Cali beginnen. Nach Angaben von El País findet damit erstmals seit mehr als einem Jahrhundert eine Amtseinführung außerhalb von Bogotá statt.

De la Espriella besiegte den linken Kandidaten Iván Cepeda im Juni laut Associated Press mit einem Vorsprung von etwa 250.000 Stimmen. Kolumbiens Wahlbehörden bestätigten das Ergebnis Ende Juni. Internationale Beobachter wiesen die Vorwürfe des scheidenden Präsidenten Gustavo Petro zurück, Programmierer hätten Tausende Ergebnisprotokolle nach ihrer Übermittlung an die nationale Registratur manipuliert. AP berichtete, Wahlrichter hätten den Sieg bestätigt; daher verfüge Petro über kein rechtliches Mittel, die Vereidigung zu verhindern.

Die Übergabe hat dennoch tiefe politische Gräben offengelegt. Petro lehnt es weiterhin ab, den Sieg seines Nachfolgers anzuerkennen, und behauptete am Montag erneut ausländische Einmischung und Manipulation. Dafür legte er keine Belege vor, welche Wahlbeamte oder Beobachter akzeptierten. Auch Cepeda kündigte Proteste an und knüpfte seine Anerkennung des neuen Präsidenten an Bedingungen, darunter den Verzicht auf dessen doppelte US-Staatsbürgerschaft. Von AP zitierte Fachleute warnten, der Streit könne die Legitimität der Regierung bei einem Teil der Wähler schwächen und die Polarisierung vertiefen.

Der formelle Austausch zwischen dem ausscheidenden und dem neuen Team brach laut El País bereits nach fünf Tagen ab. Die beiden Politiker hielten kein übliches Treffen ab, während ihre Mitarbeiter einander Vorwürfe zu späten Regierungsverträgen und einem möglichen Missbrauch öffentlicher Mittel machten. Kolumbiens Rechnungshof ermittelte für die Zeit vom 22. Juni bis 21. Juli insgesamt 14.414 Verträge. Das waren 22,5 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum vier Jahre zuvor, obwohl ein Transparenzexperte erklärte, viele beanstandete Verträge seien nicht rechtswidrig.

Der Kongress genehmigte den Wechsel des Veranstaltungsorts von Bogotá zu einem zivilen Gelände in Cali, nachdem De la Espriella einen ursprünglichen Plan für eine militärische Einrichtung aufgab. Nach dem Amtseid soll der neue Präsident den Luftwaffenstützpunkt Marco Fidel Suárez besuchen. Spaniens König Felipe VI. sowie die Präsidenten Argentiniens, Ecuadors, Paraguays, Costa Ricas, Panamas, Chiles, Honduras und der Dominikanischen Republik gehören laut El País zu den angekündigten Gästen.

De la Espriella benannte alle 18 Kabinettsmitglieder, darunter Miguel Gómez Martínez als Finanzminister und den pensionierten General Jorge Eduardo Mora als Verteidigungsminister. Seine Regierung verspricht niedrigere Unternehmenssteuern, eine erneute Öl- und Gasexploration und eine pragmatischere Außenpolitik. Unmittelbar muss sie jedoch ein polarisiertes Land führen, fiskalischen Druck bewältigen und nach dem zerrütteten Übergang die normale institutionelle Zusammenarbeit wiederherstellen.

Quellen: Associated Press, El País

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