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Dänische Ministerpräsidentin warnt: US-Übernahme Grönlands würde NATO beenden

Veröffentlicht am 6. Januar 2026 55 Aufrufe

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat eine eindringliche Warnung an die Vereinigten Staaten gerichtet und erklärt, dass jeder militärische Versuch, Grönland zu ergreifen, das NATO-Bündnis, das seit über sieben Jahrzehnten die westliche Sicherheit untermauert, effektiv zerstören würde.

„Wenn die Vereinigten Staaten sich entscheiden, ein anderes NATO-Land militärisch anzugreifen, dann hört alles auf", sagte Frederiksen am Montag in einer eindringlichen Erklärung. „Das schließt unsere NATO ein und damit die Sicherheit, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gewährleistet wurde."

Die Warnung kommt inmitten eskalierender Spannungen nach Präsident Trumps erneuten Forderungen nach US-Kontrolle über Grönland, die größte Insel der Welt und ein halbautonomes dänisches Territorium. Trumps Wochenendkommentar über die Diskussion Grönlands „in 20 Tagen" hat die Befürchtungen einer bevorstehenden Aktion verstärkt, insbesondere nach der US-Militäroperation, bei der der venezolanische Präsident Nicolás Maduro gefangen genommen wurde.

Die strategische Bedeutung Grönlands kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das arktische Territorium beherbergt die US-Pituffik Space Base gemäß einem Verteidigungsabkommen von 1951 und liegt an einer kritischen Schnittstelle zwischen Europa und Nordamerika. Sein enormer Mineralreichtum, einschließlich seltener Erden, die für moderne Technologie unerlässlich sind, entspricht Washingtons Bestreben, die Abhängigkeit von chinesischen Exporten zu reduzieren.

Grönlands Ministerpräsident Jens Frederik Nielsen handelte schnell, um die Bürger zu beruhigen, und betonte, dass das Territorium „nicht mit Venezuela vergleichbar" sei, und rief zur Ruhe auf. „Die Vereinigten Staaten können uns nicht einfach erobern", erklärte Nielsen, während er die wachsende Unruhe nach den dramatischen Ereignissen in Caracas einräumte.

Europäische Führungskräfte haben sich hinter Dänemark gestellt. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz drückten beide ihre Solidarität aus, während die Europäische Union ihr Engagement für die territoriale Integrität Dänemarks bekräftigte. Die Situation stellt ein tiefgreifendes Dilemma für die europäischen Verbündeten dar, die auf US-Militärunterstützung angewiesen sind und gleichzeitig beispiellosem Druck von ihrem wichtigsten Sicherheitspartner ausgesetzt sind.

Die Grönland-Krise fügt einer bereits angespannten transatlantischen Beziehung eine weitere Komplexitätsebene hinzu, während sich europäische Führungskräfte in Paris zu entscheidenden Gesprächen über die Sicherheitszukunft der Ukraine versammeln. Die Verlagerung des Fokus der US-Delegation auf Venezuela und nun Grönland hat Fragen zum amerikanischen Engagement für europäische Sicherheitsbelange an diesem kritischen Punkt aufgeworfen.

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