Die Demokratische Republik Kongo und das Rebellenbündnis AFC/M23 haben sich auf einen abgestuften Fahrplan und Fristen für weitere Friedensverhandlungen geeinigt. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung hervor, die Katar am 22. August veröffentlichte. Der Plan folgte auf Treffen vom 17. bis 21. August in der Schweiz und soll den im November 2025 unterzeichneten Doha-Rahmen für ein umfassendes Friedensabkommen voranbringen.
Vertreter der kongolesischen Regierung und von AFC/M23 trafen Katar, die Vereinigten Staaten, die Schweiz, Togo als Vermittler der Afrikanischen Union sowie die Kommission der Afrikanischen Union. Sie prüften Fortschritte und Hindernisse bei bestehenden Verpflichtungen und berieten über noch offene Protokolle. Die Erklärung nennt weder den detaillierten Zeitplan des Fahrplans noch eine endgültige Einigung.
Die Parteien meldeten Fortschritte beim Erweiterten Gemeinsamen Verifizierungsmechanismus Plus, darunter die Einrichtung seines Sekretariats. Mit logistischer Hilfe der UN-Friedensmission MONUSCO unternahm der Mechanismus am 20. August eine Erkundung. Seine erste Mission zur Überprüfung der Waffenruhe ist für den 24. August in Minembwe in Süd-Kivu vorgesehen. Beide Seiten befürworteten außerdem ein einheitliches Verfahren zur Meldung mutmaßlicher Verstöße gegen die Waffenruhe.
Ein zusätzlicher Prüfmechanismus soll die Umsetzung verfolgen und Probleme mit Verpflichtungen aus dem Rahmenabkommen behandeln. Nach Angaben der Parteien bestimmt die Reihenfolge der Verhandlungen über die Protokolle nicht zwingend deren Umsetzungsreihenfolge. Beide Seiten bekräftigten ihr Ziel eines umfassenden Friedens. Diese Formulierung zeigt anhaltenden Dialog, belegt allein aber keine Einhaltung der Vereinbarungen vor Ort.
Der Fahrplan ist humanitär bedeutsam, weil die Kämpfe im Osten Kongos trotz früherer Abkommen anhielten. Laut UNHCR lebten Ende 2025 noch 5,7 Millionen Kongolesen als Vertriebene im eigenen Land oder als Flüchtlinge und Asylsuchende; 2026 dauerten neue und wiederholte Vertreibungen an. UN Peacekeeping berichtete im Juni über schwere Gefechte zwischen der von ruandischen Kräften unterstützten AFC/M23 und der kongolesischen Armee mit verbündeten Wazalendo-Gruppen. Ruanda bestreitet Unterstützung für M23.
Die Mission am 24. August ist damit ein unmittelbarer Test, ob die neue Abfolge unabhängig dokumentierte Schritte hervorbringt und nicht nur ein weiteres unerfülltes Versprechen. Die Vermittler müssen zudem die Verhandlung der übrigen Protokolle und den Arbeitsbeginn des Prüfmechanismus fördern. Laut gemeinsamer Erklärung übergaben beide Seiten den Vermittlern Empfehlungen, doch eine Frist für ein umfassendes Abkommen fehlt.
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