Electronic Arts hat den Verkauf für 55 Milliarden Dollar an ein Konsortium aus Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF, dem Technologieinvestor Silver Lake und Affinity Partners abgeschlossen. Damit wechselt einer der weltweit größten Videospielehersteller in privaten Besitz. Das kalifornische Unternehmen gab den Abschluss am Dienstag bekannt; Associated Press bestätigte die vollzogene Transaktion am Mittwoch und bezeichnete sie als größte jemals durch privates Beteiligungskapital finanzierte Übernahme.
Die EA-Aktionäre erhalten 210 Dollar in bar je Aktie, und die Titel des Unternehmens handeln nicht länger an einer öffentlichen Börse. Bei der Ankündigung der Vereinbarung im September 2025 erklärte EA, der Preis liege 25 Prozent über dem unbeeinflussten Schlusskurs von 168,32 Dollar am 25. September. PIF brachte seinen bestehenden Anteil von 9,9 Prozent in die Transaktion ein, während die Käufer den übrigen Bestand übernahmen.
Der von EA veröffentlichte Finanzierungsplan verband rund 36 Milliarden Dollar Eigenkapital des Konsortiums mit einer von JPMorgan Chase zugesagten Fremdfinanzierung über 20 Milliarden Dollar. Davon sollten beim Abschluss 18 Milliarden Dollar fließen. EA behält seinen Hauptsitz in Redwood City im US-Bundesstaat Kalifornien, und Andrew Wilson bleibt nach Angaben in den Transaktionsunterlagen Vorstandsvorsitzender.
EA entwickelt Marken wie EA Sports FC, Madden NFL, Battlefield, Apex Legends und Die Sims. Im Geschäftsjahr 2025 meldete der Konzern einen Nettoumsatz nach GAAP von ungefähr 7,5 Milliarden Dollar. PIF hielt fünf Jahre lang eine Minderheitsbeteiligung an EA und baute sein Engagement bei Spielen und E-Sport auch mit Anlagen in Nintendo sowie dem Wettbewerbsanbieter ESL FACEIT aus, berichtete AP.
Wilson erklärte in einer Unternehmensmitteilung, die neuen Eigentümer wollten investieren, Innovation beschleunigen und eine neue Spielegeneration für Hunderte Millionen Nutzer entwickeln. PIF-Investmentchef Turqi Alnowaiser stellte Unterstützung für EAs Wachstum in Aussicht, darunter den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Entwicklung. Befürworter sehen im Rückzug von der Börse mehr Freiheit für langfristige Entscheidungen ohne den vierteljährlichen Druck öffentlicher Märkte.
Die fremdfinanzierte Struktur zieht zugleich neue Aufmerksamkeit auf sich. Laut AP warnen Analysten, dass rund 20 Milliarden Dollar Schulden den Druck zu Kostensenkungen oder Stellenabbau erhöhen können; Kritiker hinterfragen außerdem den Einfluss von PIF und Affinity, der Investmentfirma unter Leitung von Jared Kushner. Die unmittelbare finanzielle Folge steht fest: Aktionäre erhalten Bargeld, EA verlässt die Börse, und die neuen Eigentümer müssen ihre Investitionszusagen nun in Wachstum umsetzen, ohne die Studios und Marken zu schwächen, auf denen der Unternehmenswert beruht.
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