Saudi-Arabien droht der Verlust von Exporten in Höhe von bis zu 4% des weltweiten Ölangebots, falls die Ost-West-Pipeline nicht binnen Tagen wieder anläuft. Das berichtete Reuters am 13. September unter Berufung auf Ölkäufer und Händler. Ihre Warnung betrifft schwindende Lagervorräte, nachdem Drohnenangriffe die Route außer Betrieb gesetzt haben.
Das saudische Energieministerium erklärte am 11. September, Angriffe hätten die Pipeline am 10. September in den Regionen Riad und Medina getroffen. Es bezeichnete den Stopp als Vorsichtsmaßnahme und meldete Verletzte. Notfallkräfte und technische Teams sicherten die Leitung und prüften ihre Sicherheit, berichtete die saudische Presseagentur.
Die Bedeutung der Route reicht über den aktuellen Ausfall hinaus. Aramco erklärte in den Ergebnissen vom 4. August, Pipeline, Lager und Exportterminals hätten Förderung und Ausfuhren trotz Störungen in der Straße von Hormus gestützt. Konzernchef Amin Nasser führte diese Kontinuität auf die Infrastruktur und langfristige Planung des Unternehmens zurück.
Laut Reuters leitete die Pipeline täglich etwa 4 Millionen Barrel nach Yanbu am Roten Meer um. Drei Branchenquellen schätzten, dass die Vorräte des Hafens nur noch für fünf bis sieben Exporttage reichen. Eine vierte Quelle erklärte, saudische Bestände in den ägyptischen Häfen Ain Sukhna und Sidi Kerir erlaubten noch mehrere Tage Kundenlieferungen.
Kämpfe im Jemen erhöhen den Druck auf die Schifffahrt. Die Associated Press berichtete am 13. September über Angriffe der Regierungstruppen auf Huthi-Stellungen am Roten Meer, während die Rebellen Saudi-Arabien beschossen. Laut AP setzen Angriffe auf saudische Ölanlagen und die Schifffahrt im Roten Meer das weltweite Angebot und die Preise zusätzlich unter Druck.
Der Neustart bleibt ungewiss. Eine Quelle nannte Reuters fünf bis sechs Wochen für Reparaturen; eine andere hielt eine schnellere Erholung mit möglichem Teilbetrieb während der Arbeiten für denkbar. Reuters erhielt zunächst keine Antwort vom saudischen Energieministerium oder dem Medienbüro der Regierung. Das Ministerium hatte weitere Mitteilungen bei neuen Entwicklungen zugesagt.
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