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Ellen Burstyn erhält Venedigs Ehrenlöwen bei Premiere eines Marilyn-Kurzfilms

Veröffentlicht am 8. September 2026 0 Aufrufe

Ellen Burstyn erhielt am Montag, dem 7. September, bei den Filmfestspielen von Venedig den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk. Zugleich feierte ein neuer Kurzfilm Weltpremiere, der die 93-jährige Schauspielerin als eine 100 Jahre alte Marilyn Monroe zeigt. Ehrung und Vorführung rückten eine der längsten Karrieren des amerikanischen Kinos in den Mittelpunkt der 83. Festivalausgabe in Venedig.

Maggie Gyllenhaal schrieb und inszenierte den 17-minütigen Film Flesh Impact zum 100. Geburtstag Monroes. Dakota Johnson spielt Marilyn auf dem Höhepunkt ihres Ruhms, während Burstyn das höhere Alter verkörpert, das der mit 36 Jahren gestorbene Star nie erreichte. Zur Besetzung gehören laut der Biennale von Venedig außerdem Peter Sarsgaard und Sepideh Moafi.

Nach Angaben der Associated Press entstand das Projekt, nachdem Genesis-Marketingchefin Amy Marentic Gyllenhaal wegen eines Werks zum Monroe-Jubiläum angesprochen hatte. Die Regisseurin entwickelte die Vorstellung einer älteren Monroe, die allein auf einer Bühne vorspricht und sich damit einer für Schauspieler besonders verletzlichen Situation aussetzt. Für diese Rolle fiel ihre erste Wahl auf Burstyn.

Burstyn erklärte AP, sie habe Monroe nie persönlich kennengelernt, obwohl beide denselben Masseur hatten. Dieser lieh ihr Monroes Exemplar des Buches The Thinking Body. Einmal sah Burstyn den Star in einem Nachtclub und erhielt von ihr ein erkennendes Nicken. Sie beschrieb Monroes öffentliches Bild als bewusst erschaffene Persönlichkeit; diese Idee bildet den Kern von Gyllenhaals Film.

Festivaldirektor Alberto Barbera würdigte, wie Burstyn über mehr als fünf Jahrzehnte Frauenfiguren im gesellschaftlichen Wandel Tiefe verlieh. Zu ihren rund 150 Produktionen zählen The Last Picture Show, Der Exorzist, Alice lebt hier nicht mehr, Requiem for a Dream und Interstellar. Für Alice lebt hier nicht mehr gewann sie den Oscar als beste Hauptdarstellerin; außerdem erhielt sie einen Tony und zwei Emmys.

Die Ehrung fiel in einen besonders aktiven Festivalaufenthalt Burstyns, denn sie ist neben Taika Waititi auch in Kornél Mundruczós in Venedig gezeigtem Spielfilm Place to Be zu sehen. Die Schauspielerin führte ihre lange Laufbahn auf die Ausbildung am Actors Studio und ihren Mentor Lee Strasberg zurück. Zugleich erinnerte sie an die deutlich stärkere Präsenz von Frauen hinter der Kamera seit ihren Anfängen. Das Festival läuft bis zum 12. September.

Quellen: Associated Press, La Biennale di Venezia, El País

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