Kameruns Emmanuel Eseme gewann am Dienstag bei den Commonwealth Games in Glasgow das 100-Meter-Finale der Männer in 9,83 Sekunden. Trotz starken Regens brach er damit sowohl den Rekord der Spiele als auch den Landesrekord. Laut World Athletics zog der 32 Jahre alte Afrikameister im Schlussteil im Scotstoun Stadium an seinen Rivalen vorbei; der zulässige Rückenwind betrug 1,3 Meter pro Sekunde.
Die Leistung bringt Eseme auf Rang drei der ewigen afrikanischen Bestenliste und macht ihn zum drittschnellsten Mann der Welt in der Saison 2026, wie World Athletics berichtete. Zugleich krönte sie eine außergewöhnliche Steigerung an einem Abend: Im Halbfinale hatte er Kameruns Rekord bei Windstille auf 9,89 gesenkt, ehe er im Finale weitere sechs Hundertstelsekunden schneller lief.
Der Australier Lachlan Kennedy holte in 9,85 Silber und stellte einen Ozeanienrekord auf. Nigerias Kayinsola Ajayi gewann in 9,90 Bronze, Südafrikas Gift Leotlela folgte nur eine Hundertstelsekunde später auf Platz vier. Damit blieben die ersten vier Läufer unter zehn Sekunden. Kennedy und Ajayi hatten im Halbfinale jeweils 9,94 erreicht; für Kennedy bedeutete diese Zeit zu diesem Zeitpunkt eine persönliche Bestleistung.
Der Erfolg beschert Kamerun einen der prägenden Siege der Spiele in Glasgow und ist Esemes größter Triumph bei einer internationalen Meisterschaft. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris erreichte er das Halbfinale über 100 Meter, und nach Glasgow reiste er als amtierender Afrikameister. Das Finale hob ihn nun in eine schnellere Leistungsklasse und brachte seinem Land einen herausragenden Titel im Sprint.
Auch das 100-Meter-Finale der Frauen bot außergewöhnliche Breite und einen weiteren Kontinentalrekord. Neuseelands Zoe Hobbs siegte mit dem Ozeanienrekord von 10,93 vor Englands Amy Hunt in 10,98 und Australiens Torrie Lewis in 10,99. Alle drei Medaillengewinnerinnen blieben unter elf Sekunden. Zusammen machten beide Finals den verregneten Abend zu einer der schnellsten Sprintveranstaltungen in der Geschichte der Commonwealth Games.
Esemes Sieg gehörte zu einem Leichtathletikprogramm mit zwei weiteren Rekorden der Spiele im Hammerwurf. Kanadas Camryn Rogers gewann den Wettbewerb der Frauen mit 74,91 Metern, ihr Landsmann Ethan Katzberg triumphierte bei den Männern mit 80,97 Metern. Die Wettkämpfe in Glasgow gehen weiter, doch Eseme und die übrigen Rekordhalter prägen bereits das Bild einer Ausgabe mit zahlreichen historischen Leistungen.
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