Anträge für neue Windparks an Land in England erreichten den höchsten Jahresstand seit zehn Jahren. Das ergibt eine am Sonntag veröffentlichte Analyse britischer Regierungsdaten durch The Guardian. Rund 45 Vorhaben gelangten im Jahr bis März 2026 in das Planungsverfahren. Damit zeigt sich eine deutliche Erholung, nachdem die Regierung Beschränkungen aufgehoben hatte, die neue englische Projekte weitgehend zum Stillstand gebracht hatten.
Die Analyse stützt sich auf die staatliche Renewable Energy Planning Database, die Projekte vom Antrag über den Bau bis zum Betrieb verfolgt. Die neu beantragte Leistung für Windenergie an Land hat sich mehr als verdreifacht, seit die Labour-Regierung das faktische Verbot kurz nach ihrem Amtsantritt 2024 aufhob. Der gleitende Zwölfmonatswert stieg von etwa 9 Megawatt pro Monat vor dem Kurswechsel auf ungefähr 36 MW monatlich Anfang 2026.
Gegenüber dem Tiefpunkt vor September 2023 fällt die Erholung noch stärker aus, denn damals lagen die Anträge bei durchschnittlich etwa 1 MW im Monat. Seit dem Ende der Beschränkungen reichten Entwickler in England Vorschläge über 438 MW ein. In Wales waren es 490 MW und in Schottland 5.280 MW. Die Aktivität kehrt somit nach England zurück, bleibt jedoch erheblich kleiner als die schottische Projektpipeline.
Englische Vorhaben haben zudem meist einen geringeren Umfang. Ein durchschnittlicher Antrag seit dem Politikwechsel umfasst zwei Turbinen und 8 MW, in Schottland dagegen neun Turbinen und 59 MW. Nur ein englisches Projekt mit mehr als 100 MW trat in diesem Zeitraum ins Verfahren ein, gegenüber 18 in Schottland. Das 20-MW-Projekt Imerys nahe St Austell in Cornwall ist der größte englische Windpark an Land mit staatlicher Förderung seit dem Ende der Einschränkungen.
Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte, die frühere Politik habe eine Technik gebremst, die Energiesicherheit, Wachstum und niedrigere Rechnungen unterstützen könne. Die Regierung verwies auf ihre Förderung des größten entsprechenden englischen Projekts seit einem Jahrzehnt. Außerdem dürfen Bauernhöfe und Fabriken nun eine kleine Turbine ohne vollständigen Planungsantrag errichten. Die Änderungen gehören zu einem breiteren Vorhaben, erneuerbare Stromerzeugung schneller auszubauen.
RenewableUK-Chefin Tara Singh bezeichnete Windkraft an Land als eine der günstigsten neuen Stromquellen, die sich relativ schnell errichten lasse und die Abhängigkeit von schwankenden Gaspreisen verringere. Der Verband schätzt den möglichen Beitrag der heimischen Lieferkette zur Wirtschaft bis 2050 auf 56 Milliarden Pfund; etwa 70 Prozent der Lebenszyklusausgaben der Entwickler bleiben im Vereinigten Königreich. Die Antragszunahme ist ein frühes Signal: Vor der Stromproduktion benötigen die Projekte noch Genehmigungen, Finanzierung und Netzanschlüsse.
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