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Europas jährliche Waldbrandfläche könnte sich bis 2100 fast verdreifachen

Veröffentlicht am 21. August 2026 0 Aufrufe

Die jährlich durch Waldbrände zerstörte Fläche in Europa könnte bis zum Ende des Jahrhunderts bei hohen Emissionen um 192 Prozent wachsen. Das zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der Senckenberg Gesellschaft. Die von The Guardian, EFE und EUobserver erläuterten Modelle nennen heißere, trockenere und windigere Bedingungen infolge des Klimawandels als wichtigsten Grund für den Anstieg.

Das Forschungsteam verglich die für 2070 bis 2100 berechnete jährliche Brandfläche mit Modellergebnissen für 2000 bis 2030. Bei einem emissionsärmeren Pfad mit ungefähr 1,8 Grad Celsius globaler Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Niveau ergibt sich ein Plus von 39 Prozent. Beim emissionsreichen Pfad mit rund 3,6 Grad Erwärmung steigt der Wert um 192 Prozent; die jährlich betroffene Fläche läge damit fast dreimal so hoch wie im Referenzzeitraum.

Die Fachzeitschrift Global Change Biology veröffentlichte die Studie, die außerdem den Einfluss eines besseren Feuermanagements prüft. Fortlaufende Fortschritte bei Vorbeugung und Bekämpfung senken die projizierte Brandfläche im kühleren Szenario um 92 Prozent gegenüber einer unveränderten Leistungsfähigkeit. Dennoch reicht Management allein nach den Ergebnissen nicht aus, um die Folgen starker Erwärmung vollständig auszugleichen, besonders auf einem Pfad mit hohen Emissionen.

Hauptautor Maik Billing vom Potsdam-Institut erklärte, Investitionen in das Feuermanagement könnten Schäden begrenzen, ersetzten aber keine Verringerung der Treibhausgasemissionen. Die Analyse bezeichnet eine Verschärfung des Brandwetters und nicht allein Veränderungen bei Bevölkerung oder Landnutzung als stärksten künftigen Faktor. Heiße, trockene und windige Perioden lassen kleine Feuer schneller wachsen und erschweren den Einsatz der Löschkräfte.

Die Ergebnisse erscheinen während einer außergewöhnlich zerstörerischen europäischen Brandsaison. Nach Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems, die The Guardian anführte, verbrannten in der Europäischen Union bereits mehr als 600.000 Hektar. Damit steuert 2026 auf die drittschlimmste Saison der Datenreihe nach 2025 und 2022 zu. Belgien, Frankreich und die Slowakei verzeichnen für diesen Zeitpunkt im Jahr schon ihre jeweils größten Brandflächen.

Die Projektionen sagen weder Ort noch Zeitpunkt einzelner Brände voraus, zeigen aber die Abhängigkeit künftiger Verluste von heutigen Entscheidungen. Die Ergebnisse sprechen für eine Verbindung aus Emissionssenkung, Prävention, Landschaftspflege, Früherkennung und starken Löschkapazitäten. Europa muss sich selbst im Fall geringerer Erwärmung auf eine breitere Gefährdung einstellen; die Vermeidung des emissionsreichen Pfads würde das Ausmaß der Gefahr deutlich begrenzen.

Quellen: Potsdam Institute for Climate Impact Research, Global Change Biology, The Guardian, EFE, EUobserver, European Forest Fire Information System

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