Zurück zur Startseite Globaler Mpox-Impfstoffvorrat soll bei Ausbrüchen schnellen Zugang schaffen Gesundheit

Globaler Mpox-Impfstoffvorrat soll bei Ausbrüchen schnellen Zugang schaffen

Veröffentlicht am 3. September 2026 0 Aufrufe

Ein neuer globaler Vorrat an Mpox-Impfstoffen nimmt später im September den Betrieb auf und eröffnet jedem Land die Möglichkeit, bei Ausbrüchen Dosen anzufordern. Das teilten die Weltgesundheitsorganisation und ihre Partner am 2. September mit. Gavi finanziert die Reserve, während die Internationale Koordinierungsgruppe für Impfstoffbereitstellung den Zugang steuert, damit Notimpfungen schneller und gerechter erfolgen.

Die Partner starteten die Initiative offiziell am 27. August. Sie überführt das während des internationalen Mpox-Gesundheitsnotstands 2024 geschaffene vorläufige Zuteilungssystem in einen dauerhaften Mechanismus. Nach Angaben der WHO genehmigte der Gavi-Vorstand die Reserve 2025. Zur Koordinierungsgruppe gehören WHO, UNICEF, Ärzte ohne Grenzen sowie die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften.

Die Gesundheitsorganisationen erklärten, Mpox verursache weiterhin weltweit Ausbrüche; zwei Drittel der gemeldeten Fälle entfielen auf die WHO-Region Afrika. Zwischen dem 1. Januar 2022 und dem 31. Juli 2026 meldeten Behörden in 145 Ländern und Gebieten 190.683 bestätigte Fälle und 529 Todesfälle. Die Krankheit verbreitet sich hauptsächlich durch engen körperlichen Kontakt, einschließlich sexueller Kontakte. In Teilen Afrikas treten zudem Übertragungen vom Tier auf den Menschen auf.

Mpox kann Menschen schwer beeinträchtigen und entstellen sowie ernste Komplikationen oder den Tod verursachen, besonders bei Kindern und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Impfungen für gefährdete Menschen können schwere Verläufe vermindern und Ausbrüche eindämmen. UNICEF beschafft und verwaltet den Notvorrat und organisiert auf Weisung der Koordinierungsgruppe die rasche Lieferung von Impfstoffen und sicheren Injektionsmaterialien.

Die Partner verstehen die Reserve als Antwort auf den ungleichen Zugang während des Ausbruchs von 2022, als einkommensschwächere Länder nur schwer Dosen erhielten. Gavi-Chefin Sania Nishtar erklärte, der Mechanismus solle Länder nach Bedarf statt nach Kaufkraft bedienen. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte, eine eigene Reserve könne Impfstoffe schneller verfügbar machen und Ausbrüche vor einer weiteren Ausbreitung bremsen.

Der Vorrat erweitert ein System, das 1997 nach schweren Meningitis-Ausbrüchen in Afrika entstand. Es koordiniert bereits Notfallbestände gegen Cholera, Meningitis, Gelbfieber und Ebola. Gemeinsam mit Herstellern und Geldgebern legt die Gruppe Größe und Produktmix der Mpox-Reserve fest und prüft auch den Zugang zu Diagnostik und weiteren Hilfsmitteln. Operative Einzelheiten und erste Anträge von Ländern sind zum Start in diesem Monat zu erwarten.

Quellen: World Health Organization, UNICEF, Gavi, International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies, Médecins Sans Frontières

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