Kai Havertz erzielte in der 89. Minute einen dramatischen Elfmetertreffer gegen seinen ehemaligen Verein Bayer Leverkusen und rettete Arsenal damit ein 1:1-Unentschieden im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstagabend in der BayArena. Der deutsche Stürmer, der Leverkusen einst Richtung Chelsea verließ und später zu Arsenal wechselte, behielt die Nerven und schob den Strafstoß an Torwart Janis Blaswich vorbei, womit er den Gunners ein wertvolles Auswärtstor für das Rückspiel im Emirates Stadium sicherte.
Arsenal erlebte einen frustrierenden Abend in Leverkusen und schaffte es nicht, dem Spiel den eigenen Stempel aufzudrücken, während Xabi Alonsos Mannschaft über weite Strecken Ballbesitz und Spielkontrolle dominierte. Die Gastgeber gingen in der 46. Minute verdient in Führung, als Robert Andrich völlig unbewacht am zweiten Pfosten hochstieg und einen perfekt getretenen Einwärtscorner von Alex Grimaldo per Kopf einnickte. Der spanische Linksverteidiger schlug den Eckball von der rechten Seite mit bemerkenswerter Präzision, und Andrichs Kopfball flog unhaltbar an Arsenal-Torwart David Raya vorbei.
Über den Großteil der Begegnung zeigte sich die Mannschaft von Mikel Arteta im letzten Drittel ideenlos und brachte in den gesamten 90 Minuten nur zwei Schüsse aufs Tor zustande, wobei einer davon der Elfmeter selbst war. Leverkusens hohes Pressing und die disziplinierte Defensivstruktur erstickten Arsenals gewohnte Passmuster, sodass der Premier-League-Klub in der aufgeheizten Atmosphäre der BayArena nur hinterherlief. Die deutschen Meister bestimmten das Tempo und erarbeiteten sich mehrere Gelegenheiten, ihren Vorsprung auszubauen.
Der Wendepunkt kam in der 89. Minute, als Arsenals Einwechselspieler Noni Madueke zu einem druckvollen Lauf in den Strafraum von Leverkusen ansetzte. Malik Tillman, unter Druck und offensichtlich in Panik angesichts von Maduekes Tempodribbling, ging mit einer überhasteten Grätsche zu Werke und brachte den Flügelspieler im Strafraum zu Fall. Der Schiedsrichter zeigte ohne Zögern auf den Elfmeterpunkt, und Havertz trat in einem emotional aufgeladenen Moment gegen den Verein an, bei dem er seine professionelle Karriere begann.
Havertz, der mehrere Jahre in Leverkusen reifte, bevor er in die Premier League wechselte, zeigte keinerlei Sentimentalität, als er Blaswich mit einem präzise platzierten Elfmeter in die falsche Ecke schickte. Das ehemalige Eigengewächs aus der Leverkusener Akademie feierte verhalten aus Respekt vor seinem früheren Arbeitgeber, doch die Erleichterung unter den Arsenal-Spielern und dem Trainerstab war unübersehbar. Der Ausgleich verwandelte eine enttäuschende Vorstellung in ein Ergebnis, das die Begegnung nun deutlich zugunsten von Arsenal kippen lässt.
Leverkusens Trainer Xabi Alonso darf zu Recht empfinden, dass sein Team nach einer dominanten Leistung mehr verdient gehabt hätte, nachdem es das Spiel nahezu die gesamten 90 Minuten lang kontrolliert hatte. Andrichs gelungener Kopfball schien den Bundesliga-Champions einen knappen, aber verdienten Vorsprung für die Reise nach Nordlondon zu bescheren. Stattdessen hat ein Moment der Undiszipliniertheit von Tillman Leverkusen vor eine gewaltige Aufgabe im Emirates gestellt, wo Arsenals beeindruckende Heimbilanz die Gunners zum klaren Favoriten für das Weiterkommen macht.
Das Rückspiel findet am 17. oder 18. März im Emirates Stadium statt, wo Arsenal mit dem Vorteil des Auswärtstors in einer Arena antritt, die unter Arteta zur Festung geworden ist. Trotz der schwachen Leistung in Deutschland schöpfen die Gunners enormes Selbstvertrauen daraus, in den letzten Sekunden ein Unentschieden ergattert zu haben — ein Markenzeichen von Mannschaften, die in der Champions League weit kommen. Für Leverkusen ist die Aufgabe nun immens: Sie brauchen zwingend ein Tor in London, um eine Chance auf das Viertelfinale zu haben.
Kommentare