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Hubble entdeckt riesiges wandelbares Zehneck an Saturns Südpol

Veröffentlicht am 3. September 2026 0 Aufrufe

Astronomen haben eine gewaltige zehnseitige atmosphärische Welle rund um Saturns Südpol entdeckt. Es handelt sich um das erste große regelmäßige polygonale Strömungsmuster in der südlichen Hemisphäre des Planeten. Das von Spanien aus geleitete Team veröffentlichte den Befund am 2. September in Science Advances, nachdem es Beobachtungen des NASA-Weltraumteleskops Hubble mit bodengebundenen Aufnahmen von Fachleuten und Amateuren kombiniert hatte. Den Forschern zufolge reicht das Zehneck durch mehrere Atmosphärenschichten und entwickelt sich möglicherweise weiterhin.

Hubble-Daten zeigen schwache Spuren der Struktur bereits 2023, als Saturns jahreszeitliche Neigung seine südliche Polarregion von der Erde aus allmählich wieder sichtbar machte. Beobachter am Boden erkannten 2024 ein leicht gewelltes Band, während Aufnahmen aus dem Jahr 2025 die zehn Ecken zunehmend deutlich zeigten. Ältere Hubble-Bilder und Messungen der NASA-Sonde Cassini, die Saturn von 2004 bis 2017 umkreiste, enthalten kein vergleichbares langlebiges südliches Gebilde. Das spricht für eine Entstehung zwischen 2017 und 2023.

Das Zehneck liegt in einem kräftigen Jetstream, dessen Spitzenwinde laut Berichten über die Studie etwa 400 Kilometer pro Stunde erreichen. Die gesamte Form wandert relativ zu Saturns Rotation dennoch nur mit ungefähr 10 Kilometern pro Stunde ostwärts. Ihre Ecken schwingen außerdem in einem Zyklus von rund 32 Tagen. Eine einzelne Seite erstreckt sich über mehr als 16.700 Kilometer, und unterschiedlich scharf ausgeprägte Ecken deuten auf geringere Stabilität als beim berühmten nördlichen Sechseck hin.

Voyager-Beobachtungen enthüllten das nördliche Sechseck Anfang der 1980er-Jahre. Raumsonden sehen es seit mehr als 40 Jahren, also länger als ein Saturnjahr von ungefähr 30 Erdenjahren. Die nördliche Formation steht nahezu still, anders als das bewegliche südliche Zehneck. Hubble-Aufnahmen bei verschiedenen Wellenlängen sowie Infrarotmessungen des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile weisen auf vertikal geschichtete Wolken und mit der Höhe wechselnde Windgeschwindigkeiten hin.

Die Wissenschaft weiß bislang nicht, ob beide Polygone tief unter Saturns sichtbaren Wolken verankert sind oder überwiegend durch Wetter in höheren Schichten entstehen. Vorläufige numerische Simulationen zeigen mehrere mögliche Entstehungswege für eine zehnseitige Welle und ihr Fortbestehen im Jetstream, doch ein einheitliches Erklärungsmodell fehlt. Das Team plant weitere Beobachtungen mit Hubble und dem James-Webb-Weltraumteleskop bei besserer Sicht auf den Süden. Sie sollen klären, ob sich das Zehneck stabilisiert, seine Form verändert oder verschwindet und was Saturns geometrische Stürme über die Atmosphären riesiger Planeten verraten.

Quellen: NASA Hubble Mission Team, Associated Press, Science Advances, Scientific American, University of the Basque Country

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