Maharashtras stellvertretender Ministerpräsident Ajit Pawar kam am Mittwochmorgen ums Leben, als ein gecharterter Learjet 45 bei einem Landeversuch am Flughafen Baramati im Westen Indiens abstürzte, wie die Behörden bestätigten. Alle fünf Personen an Bord, darunter Pawar, sein persönlicher Sicherheitsbeamter, ein Begleiter und zwei Piloten, kamen bei dem Absturz gegen 8:45 Uhr Ortszeit ums Leben. Das Flugzeug mit der Registrierung VT-SSK war um 8:10 Uhr vom internationalen Flughafen Chhatrapati Shivaji Maharaj in Mumbai zu einem kurzen 40-minütigen Flug nach Pawars politischer Hochburg Baramati im Bezirk Pune gestartet, wo er Wahlkampfveranstaltungen für die Zilla-Parishad-Abstimmung am 5. Februar abhalten sollte.
Flugverfolgungsdaten von Flightradar24 zeigten, dass der Learjet einen zweiten Landeanflug auf die Landebahn von Baramati versuchte, als er von der Bahn abkam, in ein benachbartes Feld geriet und beim Aufprall in Flammen aufging. Pawars Leichnam ließ sich später anhand seiner markanten silberkettigen Armbanduhr mit schwarzem Zifferblatt identifizieren, was die verheerende Wucht des Aufpralls verdeutlichte. Das Flugzeug, betrieben von der in Neu-Delhi ansässigen Chartergesellschaft VSR Ventures, war etwa 16 Jahre alt, und die Generaldirektion für Zivilluftfahrt leitete umgehend eine formelle Untersuchung der Unfallursache ein.
Der Absturz hat die Aufmerksamkeit auf die Sicherheitsbilanz von VSR Ventures gelenkt, nachdem Berichte aufkamen, dass ein dem gleichen Betreiber zugeordneter Learjet 45XR mit der Registrierung VT-DBL am 14. September 2023 bei starkem Regen am Flughafen Mumbai eine Notlandung vollziehen hatte. Bei jenem Vorfall war das Flugzeug nach einer Autopilot-Abschaltung von der Landebahn abgekommen, wobei mehrere Cockpit-Warnungen einschließlich Stall-Warnungen ertönten. Das Amt für Flugunfalluntersuchung hat ein Team zum Absturzort in Baramati entsandt und bestätigt, dass der Flugschreiber geborgen worden ist. Die Ermittler hoffen, dass die Daten klären, ob ein mechanisches Versagen, ein Pilotenfehler oder Wetterbedingungen wie eingeschränkte Sicht zu der Tragödie beigetragen haben.
Premierminister Narendra Modi bezeichnete die Nachricht als schockierend und zutiefst betrübend, beschrieb Pawar als einen volksnahen Führer mit starker Verwurzelung an der Basis und erklärte, sein Tod stelle einen tiefen Verlust für Maharashtra und das Land dar. Maharashtras Ministerpräsident Devendra Fadnavis erklärte einen Feiertag und drei Tage Staatstrauer, während derer die Flaggen auf Halbmast wehen, Regierungsgebäude und Schulen geschlossen bleiben und öffentliche Veranstaltungen abgesagt werden. Fadnavis betonte, dass es Zeit brauche, eine solche Führungspersönlichkeit hervorzubringen, und dass Pawar einen großen Beitrag zur Entwicklung des Bundesstaates geleistet habe.
Die politischen Auswirkungen des Absturzes waren unmittelbar spürbar. Westbengalens Ministerpräsidentin Mamata Banerjee forderte eine vom Obersten Gerichtshof überwachte Untersuchung, während der Shiv-Sena-Politiker Sanjay Raut den Vorfall als dunklen Tag in der Politik Maharashtras bezeichnete und erklärte, die politische Landschaft des Bundesstaates sei ohne den als Dada bekannten Mann nichts. Der geschäftsführende NCP-Vorsitzende Praful Patel, Pawars Cousine und NCP-SCP-Führerin Supriya Sule, seine Ehefrau Sunetra Pawar und sein Sohn Parth Pawar eilten aus Neu-Delhi nach Baramati. Menschenmengen versammelten sich vor dem örtlichen Krankenhaus, in das sein Leichnam gebracht worden war.
Ajit Pawar, 66 Jahre alt, war über drei Jahrzehnte hinweg eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Politik Maharashtras. Er baute seine politische Basis durch die genossenschaftliche Basisbewegung auf und gewann 1991 seine erste Wahl in Baramati, einem Wahlkreis, den er sechs aufeinanderfolgende Amtszeiten lang halten sollte. Er diente sechsmal als stellvertretender Ministerpräsident Maharashtras, ein Rekord, der ihn zum am längsten amtierenden Inhaber dieser Position in der Geschichte des Bundesstaates machte. Im Juli 2023 führte er eine dramatische Spaltung in der Nationalistischen Kongresspartei an, indem er sich von seinem Onkel und politischen Mentor Sharad Pawar trennte und der vom BJP geführten Mahayuti-Regierungsallianz beitrat.
Pawars Tod auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere hinterlässt eine erhebliche Lücke in der regierenden Koalition Maharashtras und in der von ihm geführten NCP-Fraktion. Politische Analysten merkten an, dass er lange danach gestrebt hatte, Ministerpräsident zu werden, ein Ziel, das ihm trotz jahrzehntelanger Tätigkeit als zweithöchster gewählter Amtsträger des Bundesstaates verwehrt geblieben war. Sein Tod dürfte einen Nachfolgekampf innerhalb seiner NCP-Fraktion auslösen und könnte die Dynamik der Mahayuti-Allianz vor künftigen Urnengängen verändern. Die formelle Untersuchung des Amtes für Flugunfalluntersuchung wird voraussichtlich Wochen oder Monate dauern, bevor eine endgültige Absturzursache festgestellt werden kann.
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