Irans Militär erklärte die Straße von Hormus am Samstag, dem 20. Juni 2026, für geschlossen und berief sich auf israelische Luftangriffe auf den Libanon, die den frisch unterzeichneten US-iranischen Friedensvertrag verletzt hätten. Die dramatische Eskalation erfolgte nur wenige Tage nach der historischen Unterzeichnung des Memorandums in Genf und droht, wochenlange mühsame diplomatische Verhandlungen zwischen Washington und Teheran zunichtezumachen.
Israel und die Hisbollah hatten sich am Freitag nach einer gefährlichen Eskalation der Feindseligkeiten im Südlibanon auf einen Waffenstillstand geeinigt. Die israelischen Militäroperationen setzten sich jedoch am Samstagmorgen fort, wobei aus mehreren südlibanesischen Ortschaften Rauch aufstieg. Iran wertete die fortgesetzten Angriffe als Beweis für die Verletzung des Waffenstillstandsabkommens und erklärte daraufhin die strategische Wasserstraße für den internationalen Schiffsverkehr gesperrt.
Die Vereinigten Staaten bestritten umgehend Irans Behauptungen über die Schließung der Meerenge. Vizepräsident JD Vance erklärte öffentlich, dass die Straße von Hormus weiterhin offen und betriebsbereit sei, während das US Central Command berichtete, dass der kommerzielle Schiffsverkehr durch die enge Wasserstraße am Samstag im Vergleich zum Vortag sogar zugenommen habe. Die widersprüchlichen Darstellungen haben Verwirrung auf den globalen Schifffahrts- und Energiemärkten ausgelöst.
Die Hisbollah beschuldigte Israel, Rechtfertigungen für die Fortsetzung der Militäroperationen zu fabrizieren und das Friedensabkommen vorsätzlich zu sabotieren. Die libanesische Miliz argumentierte, Israels Vorgehen stelle eine kalkulierte Strategie dar, um den diplomatischen Rahmen zu untergraben, der über Wochen sorgfältig aufgebaut worden sei.
Trumps Sondergesandter Steve Witkoff und Schwiegersohn Jared Kushner befanden sich Berichten zufolge in der Schweiz, um technische Aspekte der laufenden Verhandlungen zu bearbeiten. Ihre Anwesenheit in Europa statt im Nahen Osten deutet darauf hin, dass die diplomatischen Kanäle trotz der jüngsten Krise aktiv bleiben.
Die Straße von Hormus ist einer der weltweit wichtigsten Schifffahrtsengpässe, eine enge Wasserstraße zwischen Iran und Oman, durch die täglich rund 20 Prozent des weltweiten Erdöls transportiert werden. Jede anhaltende Störung des Transits hätte tiefgreifende Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und brächte potenziell starke Ölpreisanstiege mit sich.
Die Krise verdeutlicht die Fragilität des zu Wochenbeginn in Genf unterzeichneten US-iranischen Memorandums. Diplomatische Beobachter verfolgen die Lage aufmerksam, um festzustellen, ob die aktuellen Spannungen einen vorübergehenden Rückschlag oder einen grundlegenden Bruch in den Verhandlungen darstellen.
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