Die demokratische Vorwahl in Michigan um einen offenen Sitz im US-Senat blieb am frühen Mittwoch ohne klaren Sieger. Der progressive frühere Gesundheitsdirektor von Detroit, Abdul El-Sayed, lag knapp vor der Abgeordneten Haley Stevens. Axios berichtete unter Berufung auf Zahlen der Associated Press, El-Sayed führe nach Auszählung von etwa 95 Prozent der Stimmen um 6 Uhr Ortszeit mit 48,6 zu 47,4 Prozent. Die Abstimmung fand am Dienstag statt.
Der noch offene Wettbewerb entscheidet darüber, wer im November gegen den früheren republikanischen Kongressabgeordneten Mike Rogers antritt. Rogers setzte sich ohne nennenswerte Konkurrenz durch, während der demokratische Senator Gary Peters in den Ruhestand geht. Michigan stimmte bei der Präsidentenwahl 2024 für Donald Trump. Deshalb betrachten beide Parteien den freien Sitz als entscheidend im Kampf um die Kontrolle über den knapp geteilten Senat.
El-Sayed gewann Rückhalt bei progressiven Wählern und präsentierte sich als Außenseiter, der den Einfluss von Milliardären, große Rechenzentren und die US-Politik gegenüber Israel kritisiert. Stevens verwies als amtierende Abgeordnete auf ihre Erfahrung und breitere Wählbarkeit. Laut AP gab ein politisches Netzwerk mit Verbindungen zum American Israel Public Affairs Committee samt Partnergruppen mehr als 30 Millionen Dollar zur Unterstützung von Stevens aus. Damit rückte die Rolle des Geldes ins Zentrum des Wahlkampfs.
Spät eintreffende Resultate aus dem bevölkerungsreichen Wayne County mit Detroit und dem größten Anteil schwarzer Einwohner im Bundesstaat verkleinerten El-Sayeds Vorsprung. Die Wahlbehörden erklärten, die Zahl der frühen persönlichen Stimmabgaben habe sich gegenüber der Vorwahl 2024 nahezu verdoppelt. Bis Dienstag gingen mehr als 1,3 Millionen Briefwahlstimmen ein. Weitere 139.000 Menschen stimmten vorzeitig persönlich ab, und 28.000 registrierten sich am Wahltag und gaben anschließend ihre Stimme ab.
Weitere Ergebnisse aus Michigan zeigten einen Sieg von Staatssekretärin Jocelyn Benson bei der demokratischen Gouverneursvorwahl. Der Gemeindeorganisator William Lawrence besiegte die frühere Botschafterin Bridget Brink und den ehemaligen Marineoffizier Matt Maasdam in der demokratischen Vorwahl des umkämpften 7. Kongressbezirks. Im November trifft er auf den republikanischen Amtsinhaber Tom Barrett.
Für die Senatsentscheidung zählen nun die verbleibenden Stimmzettel und die lokalen Meldeverfahren. Ein offizieller Kandidat steht erst nach einer belastbaren Medienprognose oder nach Abschluss der Auszählung durch die Behörden fest. Der demokratische Sieger muss danach rasch den gemäßigten und den progressiven Parteiflügel vereinen, denn die Hauptwahl kann das Machtverhältnis in Washington beeinflussen.
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