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Nagasaki warnt zum 81. Jahrestag vor nuklearer Abschreckung

Veröffentlicht am 9. August 2026 747 Aufrufe

Nagasaki gedachte am Sonntag, dem 9. August, des 81. Jahrestags des US-Atombombenabwurfs. Bürgermeister Shiro Suzuki warnte dabei, eine stärkere Abhängigkeit von nuklearer Abschreckung erhöhe die Gefahr eines Atomkriegs. Bei der Zeremonie im Friedenspark der südwestjapanischen Stadt bezeichnete er Atomwaffen als absolutes Übel, das mit der Menschheit unvereinbar sei, und forderte Atommächte sowie deren Verbündete auf, sich den Risiken ihrer Politik zu stellen.

Vertreter aus mehr als 90 Ländern nahmen laut Associated Press an der Gedenkfeier teil. Um 11.02 Uhr hielten die Anwesenden eine Schweigeminute ab, genau zu dem Zeitpunkt, an dem 1945 ein amerikanischer B-29-Bomber die als Fat Man bekannte Plutoniumbombe abwarf. Der Angriff tötete bis zum Jahresende etwa 70.000 Menschen, drei Tage nach dem Angriff auf Hiroshima mit etwa 140.000 Toten. Japan kapitulierte am 15. August, womit der Zweite Weltkrieg endete.

Suzuki richtete einen Teil seines Appells an Japans Zentralregierung. Tokio solle die kriegsablehnende Verfassung achten, die drei nichtnuklearen Prinzipien beibehalten und in diesem Jahr an einer Überprüfungskonferenz des Atomwaffenverbotsvertrags teilnehmen. Die Prinzipien untersagen Japan den Besitz und die Herstellung von Atomwaffen sowie deren Stationierung im Land. Japan gehört dem Verbotsvertrag nicht an und steht weiterhin unter dem nuklearen Schutzschirm der Vereinigten Staaten.

Ministerpräsidentin Sanae Takaichi nahm an der Zeremonie teil und erklärte, ihre Regierung halte gegenwärtig an allen drei Prinzipien fest. Sie befürwortete erneut einen aus ihrer Sicht realistischen und pragmatischen Weg zu einer Welt ohne Atomwaffen. Eine ausdrückliche Zusage, alle Regeln während der Überarbeitung der japanischen Verteidigungspolitik unverändert zu lassen, gab sie jedoch nicht. Auch der Verbotsvertrag kam in ihrer Ansprache nicht zur Sprache.

Die Debatte fällt in eine Zeit wachsender Sorge, dass Japans bevorstehende Sicherheitsdokumente offensive militärische Fähigkeiten stärken oder das Verbot der Einführung von Atomwaffen neu bewerten könnten. Überlebende, die als Hibakusha bekannt sind, kritisieren die offizielle Unterstützung der Abschreckung und protestieren gegen jede Lockerung. Ihre Zahl sank auf 91.105, ihr Durchschnittsalter liegt inzwischen über 86 Jahren. Dadurch gewinnt die Bewahrung ihrer persönlichen Zeugnisse weiter an Dringlichkeit.

Die Gedenkfeier verband somit die Erinnerung an die Zerstörung von 1945 mit einer aktuellen nationalen und internationalen Grundsatzfrage. Suzuki verlangte weniger Abhängigkeit von atomaren Drohungen. Takaichi erklärte dagegen, Japan werde die Abrüstung im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags verfolgen und seine Haltung zum Verbotsvertrag anhand von Sicherheits- und Abrüstungsfragen bestimmen. Die Verteidigungsprüfung und die Vertragskonferenz im weiteren Jahresverlauf werden zeigen, wie sich diese gegensätzlichen Positionen entwickeln.

Quellen: Associated Press, Nagasaki City, Cadena SER

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