Netflix plant, die Einspielergebnisse von sechs kommenden Filmen öffentlich zu melden. Damit legt der Streamingkonzern erstmals für eine Gruppe eigener Kinostarts solche Zahlen offen. Variety berichtete am 8. September unter Berufung auf zwei Personen aus dem Unternehmen über die Entscheidung. TheWrap erklärte, der Schritt beginne in diesem Herbst und erweitere die Kinostrategie von Netflix deutlich.
Variety nennt La Bola Negra, The Further Mis-Adventures of Cliff Booth, The Mosquito Bowl, Ink, Narnia: The Magician's Nephew sowie den Animationsfilm Charlie vs. the Chocolate Factory. Ihre Ticketumsätze stehen künftig neben den regelmäßig veröffentlichten Ergebnissen traditioneller Studios. Kinobetreiber, Filmschaffende und Zuschauer erhalten dadurch einen offiziellen Maßstab für den Erfolg.
Nach Angaben von TheWrap startet La Bola Negra am 16. Oktober im Kino und erreicht Netflix am 2. Dezember. Die exklusive Laufzeit von 47 Tagen ist dem Bericht zufolge die bislang längste des Streamingdienstes. Der eigene Tudum-Kalender bestätigt die Termine und beschreibt das Drama der Regisseure Javier Calvo und Javier Ambrossi als Geschichte über drei Männergenerationen in entscheidenden Epochen Spaniens.
Zu den weiteren geplanten Kinostarts zählen David Finchers The Further Mis-Adventures of Cliff Booth mit Brad Pitt, der am 25. November in IMAX beginnt, und Peter Bergs Kriegsdrama The Mosquito Bowl am 30. Oktober. Netflix führt außerdem Danny Boyles Ink ab 11. Dezember in ausgewählten Kinos. Für die Filme über Narnia und Charlie sind 2027 umfangreiche Kinoauswertungen vorgesehen.
Netflix hielt offizielle Einnahmen bislang selbst bei bekannten Kinofilmen zurück. TheWrap nennt Roma, The Irishman und Glass Onion als frühere Beispiele ohne publizierte Summen. Auch für die begrenzte Kinoauswertung von K-Pop Demon Hunters veröffentlichte das Unternehmen keine Zahlen. Diese Praxis verärgerte Kinobesitzer und machte externe Schätzungen zum wichtigsten öffentlichen Hinweis auf die Nachfrage.
Die neue Transparenz bedeutet nicht, dass Netflix sein gesamtes Filmangebot ins Kino bringt. Laut TheWrap sollen jährlich nur wenige Titel dort anlaufen, deutlich weniger als die großen Programme klassischer Studios. Der Plan für sechs Filme liefert der Branche dennoch einen klareren Test dafür, ob längere exklusive Laufzeiten und offene Ergebnisse die Zusammenarbeit zwischen dem führenden Streamingdienst und den Kinos vertiefen können.
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