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NOAA sieht 69 Prozent Chance auf Rekordstärke bei El Niño

Veröffentlicht am 14. August 2026 0 Aufrufe

Der stärker werdende El Niño des Jahres 2026 hat nach Einschätzung des US-Klimavorhersagezentrums eine Wahrscheinlichkeit von 69 Prozent, kräftiger als jedes vergleichbare Ereignis in der offiziellen Messreihe seit 1950 auszufallen. Die NOAA-Behörde veröffentlichte ihre aktualisierte Analyse am 13. August. Zugleich bezifferte sie die Wahrscheinlichkeit für ein sehr starkes Ereignis im Herbst und Winter 2026/27 auf der Nordhalbkugel auf mehr als 90 Prozent. Damit rücken Wetterrisiken auf mehreren Kontinenten in den Mittelpunkt.

Die neue Bewertung stützt sich auf immer deutlichere Signale im tropischen Pazifik. Laut NOAA erreichten die Abweichungen der Meeresoberflächentemperatur im Juli 1,4 Grad Celsius in der Region Niño-3.4, 1,7 Grad in Niño-3 und 2,9 Grad in Niño-1+2; Teile des östlichen äquatorialen Pazifiks lagen mehr als 2 Grad über dem Vergleichswert. In tieferen Wasserschichten betrugen die Abweichungen bis zu 10 Grad. Veränderungen bei Wind, Niederschlag und Luftdruck zeigten außerdem, dass Ozean und Atmosphäre gemeinsam ein sich verstärkendes El-Niño-System bilden.

Das Rekordszenario der NOAA bezieht sich genau auf einen dreimonatigen Relativen Ozeanischen Niño-Index, kurz RONI, von mindestens 2,5 Grad Celsius zwischen Oktober und Dezember. Die offizielle Prognose der Behörde bündelt zahlreiche Modelle aus Nordamerika und anderen Weltregionen. Die Weltorganisation für Meteorologie beschreibt El Niño als warme Phase eines natürlichen Pazifikzyklus, der meist alle zwei bis sieben Jahre auftritt und etwa neun bis zwölf Monate dauert. Den populären Ausdruck Super-El-Niño nutzt sie nicht als operationelle Kategorie.

Das Muster kann Niederschläge und Temperaturen weit über den Pazifik hinaus neu verteilen. Die WMO verbindet El Niño typischerweise mit feuchteren Bedingungen in Teilen des südlichen Südamerikas, im Süden der USA, am Horn von Afrika und in Zentralasien. Trockeneres Wetter trifft dagegen häufig Mittelamerika, die Karibik, Australien, Indonesien und Teile Südasiens. Berichte der Associated Press halten zudem fest, dass El Niño die Hurrikanaktivität im Atlantik meist dämpft, aber nicht beendet, und mehr Stürme im zentralen und östlichen Pazifik begünstigt.

Die Prognose bedeutet nicht, dass diese Folgen überall oder gleich schwer eintreten. NOAA betonte, dass ein stärkeres Ereignis die Chancen für typische El-Niño-Auswirkungen erhöht, sie jedoch niemals garantiert. Nach Angaben der WMO gibt es keine gesicherten Belege dafür, dass der menschengemachte Klimawandel El Niño selbst häufiger oder intensiver macht. Ein wärmerer Ozean und eine wärmere Atmosphäre können verbundene Hitzewellen und Starkregen dennoch verstärken, weil mehr Energie und Feuchtigkeit bereitstehen.

Die hohen Wahrscheinlichkeiten geben Regierungen, Landwirtschaft, Gesundheitsbehörden, Wasserwirtschaft und Hilfsorganisationen Zeit, sich auf mögliche Überschwemmungen, Dürren, Hitze und Ernteausfälle vorzubereiten. Die WMO empfiehlt saisonale Prognosen und Frühwarnungen zum Schutz von Leben und Lebensgrundlagen, während NOAA Ozean und Atmosphäre wöchentlich weiter beobachtet. Das Klimavorhersagezentrum plant seine nächste vollständige Diagnose für den 10. September. Neue Messungen sollen dann zeigen, ob das Ereignis auf seinem rekordverdächtigen Kurs bleibt.

Quellen: NOAA Climate Prediction Center, CNN, Associated Press, World Meteorological Organization

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