Zurück zur Startseite Ölpreisschwankungen erfassen Märkte bei anhaltender Unsicherheit um Hormus Wirtschaft

Ölpreisschwankungen erfassen Märkte bei anhaltender Unsicherheit um Hormus

Veröffentlicht am 12. August 2026 811 Aufrufe

Die Ölpreise schwankten am Dienstag heftig, weil Unsicherheit über Lieferungen durch die Straße von Hormus die globalen Märkte belastete. Marktdaten der Associated Press zeigten, dass die Referenzsorte Brent kurz über 90 Dollar je Barrel stieg, unter 87 Dollar fiel und schließlich bei 88,91 Dollar schloss. Das entsprach einem Plus von 1,4 Prozent gegenüber Montag. Die schnelle Umkehr verdeutlichte die Empfindlichkeit der Energiepreise gegenüber dem Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran.

Die Störung begann nach Angriffen der USA und Israels auf Iran Ende Februar und iranischen Drohungen gegen die Schifffahrt, die die Meerenge faktisch schlossen. Durch diese Route läuft normalerweise ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels. Die US-Energiebehörde EIA erklärte, Produzenten am Persischen Golf glichen die Beschränkung teilweise durch Umleitungen aus. Freigaben aus strategischen Reserven und eine höhere Förderung außerhalb des Nahen Ostens dämpften die Preise ebenfalls.

US-Energieminister Chris Wright erklärte, fast 9 Millionen Barrel pro Tag passierten die Meerenge; einschließlich Pipelines erreichten die regionalen Ströme durchschnittlich etwa 15 Millionen Barrel täglich. Laut AP sank die strategische US-Ölreserve vergangene Woche unter 300 Millionen Barrel und lag damit mehr als 100 Millionen unter dem Stand zu Jahresbeginn 2026. Iran knüpft eine vollständige Öffnung weiterhin an Bedingungen, sodass Händlern ein verlässlicher Zeitplan fehlt.

Die Schwankungen erfassten auch andere Märkte. Der S&P 500 verlor 0,3 Prozent und verzeichnete seinen zweiten moderaten Rückgang seit dem Rekord vom Freitag. Der Dow Jones gab um 184 Punkte oder 0,3 Prozent nach, der Nasdaq um 0,6 Prozent. Brent bewegte sich bereits im Juli zwischen 72 und 102 Dollar. Diese ungewöhnlich große Spanne zeigt, wie stark Meldungen zur Versorgung die Preise verschieben.

Verbraucher und Geldpolitiker spüren direkte Folgen. Der Automobilverband AAA bezifferte den durchschnittlichen US-Preis für Normalbenzin auf 4,01 Dollar je Gallone, nach weniger als 3,14 Dollar vor einem Jahr und fast 4,09 Dollar in der Vorwoche. Ökonomen erwarteten für den Bericht am Mittwoch eine jährliche Inflation von 3,4 Prozent im Juli nach 3,5 Prozent im Juni. Teure Energie kann diese Entspannung jedoch bremsen.

Auch Anleihen spiegelten die Unsicherheit. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank von 4,72 Prozent am Montagabend auf 4,69 Prozent, blieb aber deutlich über den 3,97 Prozent vor dem Krieg. Daten der CME Group signalisierten etwa gleiche Chancen für eine Zinserhöhung der Federal Reserve im September; es wäre die erste seit mehr als drei Jahren. Neue Inflationszahlen und Hinweise zu Golf-Lieferungen dürften deshalb Öl, Finanzierungskosten und Aktien als Nächstes bewegen.

Quellen: Associated Press, U.S. Energy Information Administration, AAA, CME Group

Kommentare