Die französischen Behörden haben am Dienstag eine beispiellose Anti-Drogen-Operation am Flughafen Paris-Orly gestartet und eine umfassende Überprüfung jedes Passagiers, Besatzungsmitglieds und jeder Fracht an Bord eines Fluges aus Martinique durchgeführt, was Beamte als eine erstmalige Operation an einem Ankunftsflughafen in Frankreich bezeichneten.
Die Pariser Polizeipräfektur gab bekannt, dass fast 400 Polizisten, Gendarmen und Zollbeamte für die massive Operation mobilisiert wurden, die einen Flug aus Fort-de-France, der Hauptstadt des französischen Karibikgebiets, ins Visier nahm. Die Operation stellt eine bedeutende Eskalation der französischen Bemühungen zur Bekämpfung des Drogenhandels aus seinen Überseegebieten dar.
Laut den Behörden umfasste die Operation '100% Kontrolle' alle Passagiere, Besatzungsmitglieder, Fracht und Gepäck, sowohl in der Kabine als auch im Frachtraum des Flugzeugs. Beamte erklärten, die Operation ziele darauf ab, die Einführung von Betäubungsmitteln auf das Staatsgebiet zu verhindern und kriminellen Netzwerken eine klare Botschaft zu senden, dass französische Flughäfen, insbesondere die in Paris, keine sicheren Eintrittspunkte für illegale Aktivitäten sind.
Der Kontrollprozess umfasst Erkennungsverfahren, Fragebögen und Drogentests für alle Personen an Bord des Flugzeugs. Zusätzlich sind medizinische Teams mit Körperscannern vor Ort, um Drogenkuriere zu identifizieren, die möglicherweise Betäubungsmittel geschluckt oder in ihrem Körper versteckt haben. Jede Person, die Drogen intern transportiert, wird sofort zur medizinischen Überwachung in ein Krankenhaus gebracht.
Diese Operation markiert das erste Mal, dass eine so umfassende Kontrolle an einem Ankunftsflughafen in Frankreich durchgeführt wurde. Zuvor wurden ähnliche '100% Kontrolle'-Operationen an Abflughäfen in Französisch-Guayana und den Französischen Antillen durchgeführt, die Reisende nach Festland-Frankreich ins Visier nahmen.
Der Zeitpunkt dieser Operation ist angesichts der jüngsten Ereignisse und des wachsenden Drucks im Zusammenhang mit dem Drogenhandel auf Martinique bedeutsam. Die französische Marine beschlagnahmte im Januar 2026 neun Tonnen Kokain von einem Schiff vor der Küste Martiniques, was die Rolle der karibischen Insel als wichtiger Transitpunkt für südamerikanisches Kokain mit Ziel Europa unterstreicht.
Die Präfektur wies darauf hin, dass ähnliche Operationen in Zukunft bei anderen Flügen durchgeführt werden könnten, um kriminelle Organisationen über den Zeitpunkt und Ort der Kontrollen im Ungewissen zu lassen.
Kommentare