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Qualcomm und Amazon vereinbaren mehrjährige KI-Chip-Kooperation

Veröffentlicht am 8. September 2026 0 Aufrufe

Qualcomm und Amazon kündigten am Dienstag eine Zusammenarbeit über mehrere Produktgenerationen an, um maßgeschneiderte Halbleiter für große Rechenzentren mit künstlicher Intelligenz zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen Chips, die bereits trainierte Modelle ausführen, sowie schnellere Verbindungen zwischen Computersystemen. Laut Qualcomm verbindet die Vereinbarung die Erfahrung des Konzerns mit energieeffizienter Verarbeitung und Systementwicklung mit der Infrastruktur von Amazon Web Services, während der Bedarf an Rechenleistung, Speicher und Speicherbandbreite steigt.

Eine am 8. September von der US-Börsenaufsicht SEC angenommene Meldung zeigt, dass Qualcomm einer Amazon-Tochter einen Optionsschein für bis zu 25 Millionen Qualcomm-Aktien zu einem Ausübungspreis von jeweils 161,26 Dollar ausgab. Zu diesem Preis entspricht das Paket einem Wert von rund 4,03 Milliarden Dollar. Der Optionsschein erlaubt eine bargeldlose Ausübung, läuft am 3. September 2036 aus und verleiht vor seiner Ausübung weder Stimmrechte noch andere Aktionärsrechte.

Die SEC-Meldung bindet die schrittweise Übertragung der Rechte an Geschäftsvereinbarungen, verbindliche Bestellungen und Zahlungen von Amazon für Serverchips, Technologie, Systeme sowie Fertigungsleistungen von Qualcomm. Die Schwellen reichen bis zu höchstens 60 Milliarden Dollar an Zahlungen während der Laufzeit. Qualcomm erklärte, dass bei der Ausgabe am 3. September wegen erster Kaufzusagen bereits Rechte auf 3,75 Millionen Aktien feststanden; weitere Tranchen hängen von späteren Geschäften ab.

Beide Unternehmen planen zudem optische Verbindungslösungen mit bis zu 1,6 Terabit pro Sekunde und spätere Generationen auf Grundlage von Qualcomms SerDes- und optischer digitaler Signalverarbeitungstechnik. Diese Verbindungen sollen den wachsenden Datenfluss innerhalb von KI-Anlagen bewältigen. Qualcomm will außerdem AWS-Dienste einschließlich Amazon Bedrock stärker für Aufgaben der elektronischen Designautomatisierung einsetzen, um Entwicklungszyklen für Chips zu verkürzen.

Die Vereinbarung führt Qualcomm tiefer in den Rechenzentrumsmarkt jenseits seiner traditionellen Stärke bei Smartphones und eröffnet Amazon einen weiteren Weg zu maßgeschneiderter Infrastruktur für KI-Inferenz. In dieser Phase erzeugt ein trainiertes Modell Antworten oder Prognosen. Reuters berichtete, die Qualcomm-Aktie habe nach der Ankündigung im frühen Handel mehr als 7 Prozent zugelegt; vor Dienstag lag sie im Jahr 2026 allerdings rund 1 Prozent im Minus.

Die Unternehmen nannten weder Liefertermine noch konkrete Prozessoren und garantierten auch nicht, dass Amazon tatsächlich Zahlungen von insgesamt 60 Milliarden Dollar leistet. Aus der Meldung geht hervor, dass ein großer Teil des Optionsscheins von künftigen Bestellungen und Käufen abhängt. Entwicklungs- und Beschaffungsziele entscheiden daher darüber, wie schnell aus dem Entwurf eingesetzte Systeme entstehen und wie groß Amazons spätere Beteiligung an Qualcomm ausfällt.

Quellen: Qualcomm, U.S. Securities and Exchange Commission, Reuters

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