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Russischer Drohnenangriff tötet fünf Menschen in ukrainischem Passagierzug

Veröffentlicht am 28. Januar 2026 2936 Aufrufe

Ein russischer Drohnenangriff auf einen Passagierzug im Nordosten der Ukraine hat am Dienstag fünf Menschen getötet, ein Angriff, den Präsident Wolodymyr Selenskyj als reinen Terrorismus und Beweis für Moskaus wachsende Fähigkeit zur Terrorisierung von Zivilisten verurteilte. Der Angriff ereignete sich nahe dem Dorf Jasykowe in der Gemeinde Barwinkowe im Bezirk Isjum in der Region Charkiw, wo drei Drohnen vom Typ Shahed eine Lokomotive und einen Passagierwaggon trafen und in Brand setzten. Der Zug verkehrte von Tschop und Lwiw im Westen der Ukraine nach Barwinkowe, dem nächstgelegenen Bahnhof zur etwa 70 Kilometer entfernten Frontlinie, und ist bei Ukrainern beliebt, die Soldaten in der Kampfzone besuchen.

Der ukrainische Vize-Premierminister Oleksij Kuleba bestätigte, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffs 291 Passagiere einschließlich Kinder an Bord des Zuges befanden, wobei 18 Personen im direkt von einer Drohne getroffenen Waggon saßen. Rettungskräfte, die am Einsatzort eintrafen, sahen sich einem verheerenden Bild des Grauens gegenüber, mit Überresten der Opfer zwischen den verbrannten Trümmern. Die Staatsanwaltschaft der Region Charkiw erklärte, dass die sterblichen Überreste von fünf Personen geborgen worden seien und eine Identifizierung nur durch DNA-Tests möglich sein werde. Zwei weitere Passagiere erlitten Verletzungen, während eine Person vermisst blieb und die Suchaktionen am Mittwoch fortgesetzt wurden.

Selenskyj reagierte auf den Angriff mit einer eindringlichen Erklärung auf seinem Telegram-Kanal und stellte fest, dass ein Drohnenangriff auf einen zivilen Zug in jedem Land ausschließlich als Terrorismus betrachtet werden würde und es keine militärische Rechtfertigung für das Töten von Zivilisten in einem Zugwaggon gebe. Der ukrainische Präsident merkte an, dass Russland seine Fähigkeit zum Töten und Terrorisieren erheblich gesteigert habe, und rief die internationale Gemeinschaft auf, mehr Druck auf Moskau auszuüben. Vize-Premierminister Kuleba bezeichnete den Angriff mit drei Drohnen als direkten Akt russischen Terrors. Obwohl Russland während des fast vier Jahre andauernden Konflikts wiederholt die ukrainische Eisenbahninfrastruktur ins Visier genommen hat, ist ein direkter Treffer auf einen Passagierzug mit Zivilisten höchst ungewöhnlich.

Der Zugangriff fand inmitten einer breiteren Welle russischer Luftangriffe in der Ukraine während der Nacht statt. Mehr als 50 Drohnen schlugen in der südlichen Hafenstadt Odessa ein und töteten drei Menschen sowie verletzten mindestens 25 weitere, darunter zwei Kinder und eine schwangere Frau. Dutzende Wohngebäude, eine Kirche, ein Kindergarten und eine weiterführende Schule erlitten in Odessa Schäden. Die ukrainische Luftwaffe berichtete, dass russische Streitkräfte in der Nacht 165 Drohnen gestartet hatten, von denen die ukrainische Flugabwehr 135 neutralisierte, bevor sie ihre Ziele erreichten.

Die Angriffe zielten auch auf kritische Energieinfrastruktur, während die Ukraine einen ihrer kältesten Winter seit Jahren durchlebt. Der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synjehubov, gab bekannt, dass russische Angriffe die Stromversorgung für etwa 80 Prozent der Stadt Charkiw und der umliegenden Gebiete unterbrochen hatten, wodurch Hunderttausende bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ohne Heizung blieben. Die systematische Bekämpfung von Stromanlagen ist ein Kennzeichen der russischen Winterkampagne, die darauf abzielt, Kiew unter Druck zu setzen, ungünstige Bedingungen bei den laufenden Friedensverhandlungen zu akzeptieren.

Die tödlichen Angriffe ereigneten sich nur wenige Tage nachdem Russland, die Ukraine und die Vereinigten Staaten ihre ersten trilateralen Friedensgespräche seit Kriegsbeginn am 23. Januar in Abu Dhabi abgeschlossen hatten. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete diese Gespräche als konstruktiv, betonte aber, dass Russlands Beharren darauf, dass die Ukraine den gesamten Donbass abtritt, einschließlich der 20 Prozent von Donezk, die noch unter ukrainischer Kontrolle stehen, eine sehr wichtige Bedingung bleibe. Selenskyj kündigte an, dass ein Dokument mit US-Sicherheitsgarantien für die Ukraine in einem Nachkriegsszenario vollständig vorbereitet sei und auf eine formelle Unterzeichnung warte. Alle Parteien sollen bereits ab dem 1. Februar für eine weitere Verhandlungsrunde in die Vereinigten Arabischen Emirate zurückkehren.

Quellen: Euronews, NBC News, Al Jazeera, CBC News, ABC News, Radio Free Europe, PBS News, Washington Post, Ukrinform

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