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Russland und Algerien stützen Niger nach gescheiterter Meuterei

Veröffentlicht am 31. August 2026 0 Aufrufe

Nigers Militärregierung behielt am Montag die Kontrolle über Niamey, nachdem loyale Truppen mit Unterstützung des russischen Afrikakorps eine Meuterei am Wochenende niedergeschlagen hatten. Die Krise stellte die schwerste interne Herausforderung für die Junta seit ihrer Machtübernahme 2023 dar. Laut Associated Press hielten abtrünnige Soldaten Kameraden auf einem strategischen Luftwaffenstützpunkt fest und schossen nahe dem Präsidentenpalast, ehe Regierungskräfte sie überwältigten.

Die Konfrontation dauerte etwa 24 Stunden und konzentrierte sich auf die Basis 101 im internationalen Flughafen Diori Hamani sowie auf das Regierungsviertel. AP berichtete unter Berufung auf Analysten und Diplomaten, dass überwiegend junge Soldaten Geiseln nahmen und loyalen Einheiten Widerstand leisteten. Das Staatsfernsehen zeigte später festgenommene Soldaten. Behörden meldeten Dutzende getötete oder verhaftete Meuterer, nannten jedoch weder eine genaue Aufteilung noch konkrete Anklagen.

Russlands Botschafter in Niger, Viktor Woropajew, erklärte russischen Medien, Niamey habe um Hilfe gebeten und Angehörige des Afrikakorps hätten zur Neutralisierung der Meuterei beigetragen. AP zufolge leisteten russische Kräfte in einer entscheidenden Phase Unterstützung am Boden und aus der Luft. Nigrische Behörden erläuterten den Einsatz bis Montag nicht öffentlich, weshalb der Botschafter, Diplomaten und Analysten die wichtigsten Quellen zur operativen Rolle Russlands bleiben.

Auch Algerien entsandte am Sonntag vier Suchoi-Su-30-Kampfflugzeuge in zwei Patrouillen sowie ein Tankflugzeug nach Niamey. Das algerische Verteidigungsministerium teilte mit, Präsident Abdelmadjid Tebboune habe die Mission auf Ersuchen der nigrischen Behörden angeordnet. Nigers Premierminister Mahamane Lamine Zeine empfing die Flugzeuge und dankte Algerien für die Hilfe, wie das Ministerium in seiner offiziellen Mitteilung berichtete.

Die Unruhen verdeutlichten den Druck auf die Regierung von General Abdourahamane Tiani, während Niger mit zunehmender Gewalt militanter Gruppen ringt. Der Flughafen erlebte laut AP bereits zwei dschihadistische Angriffe im Jahr 2026: Im Januar zielte ein Ableger des Islamischen Staates auf Drohnentechnik, im Juni tötete eine mit Al-Qaida verbundene Gruppe elf Soldaten und zwei Zivilisten. Niger verringerte außerdem die Sicherheitskooperation mit Frankreich und den USA und vertiefte zugleich seine Beziehungen zu Russland.

In Niamey kehrten Ruhe und normaler Alltag zurück, doch das Schicksal vieler Festgenommener und die vollständige Opferzahl blieben unklar. Die russische und algerische Reaktion unterstrich den Wandel von Nigers Sicherheitspartnerschaften seit dem Putsch von 2023. Nun stehen Fragen zur Geschlossenheit des Militärs, zu Verfahren gegen die Gefangenen und dazu im Raum, ob ausländische Unterstützung die Gewalt eindämmen kann, die den Unmut in den Reihen der Armee verstärkte.

Quellen: Associated Press, Reuters, Algeria Ministry of National Defence, Al Jazeera

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